Was sind eigentlich Arier?

von Redaktion

Regisseurin und Produzentin Mo Asumang zeigt ihren Film im Gymnasium Raubling

Raubling – Mo Asumang, international bekannte Regisseurin und Filmproduzentin aber auch Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande machte im Zuge ihrer Schul-Universitäts-Tour Halt am Gymnasium Raubling.

Schule ohne
Rassismus

Passend zum Engagement der Schule und dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, den das Gymnasium seit 2017 besitzt, zeigte Frau Asumang ihren vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Die Arier“. Im Publikum die 10. und 11. Klasse, bei denen der Nationalsozialismus teilweise zum Lehrplan gehört, dazu einige Eltern und Lehrer.

Die Motivation, dieses heiße Thema anzupacken, bekam die Afrodeutsche Asumang durch rassistische Anfeindungen ihr selbst gegenüber, die bis hin zu Morddrohungen gingen. Im Film geht sie auf Fragen ein wie: „Wer sind Arier eigentlich?“ und „Was wollen nationalistische Kräfte erreichen?“. Dazu begab sie sich in recht gefährliche Situationen – so, wie beim Interview eines mit Kapuze verkleideten Mitglieds des Ku-Klux-Klan.

Während des Gesprächs lag eine Kalaschnikow auf dem Rücksitz des konspirativen Fahrzeugs jederzeit in Reichweite des Gesprächspartners, während sie nur von einem Kameramann begleitet wurde.

Im Gespräch mit der Heimatzeitung betonte sie: „Mir ist es besonders wichtig, Jugendliche zu erreichen, denn diese sind besonders anfällig gegenüber Vereinfachungen von Betrachtungsweisen. Ich möchte den Schülern Mut machen, um Anschauungen und Verhaltensweisen in Frage zu stellen.

Man sollte sich trauen, dass man unbedingt mit dem Gegenüber ins Gespräch kommt, statt sich in einer Gruppe hinter Stereotypen zu verstecken.“

Im Film wurde ein deutliches Bild davon gezeichnet, dass es bei vielen Mitläufern in Gruppen oft gar nicht um Hass auf „die Anderen“ geht, sondern eher um Angst vor den Anführern, oder einfach nur „dazu gehören wollen“.

Weder bei „Rechten“ Demonstranten noch bei Mitgliedern einer Burschenschaft, die dem rechten Gedankengut nahesteht, wollten Mitglieder Stellung nehmen zu dem, was sie nach außen vertreten.

In der Fragerunde nach dem Film gab Asumang den Jugendlichen den Tipp, dass Nachfrage und Gespräche nicht nur im Umfeld von Rassismus zu mehr gegenseitigem Verständnis führen, sondern auch bei ähnlichen Themen eine gute Hilfestellung sind.

Leon Wudy, ein Zehntklässer, bemerkte: „Das hat sich doch gelohnt, am Nachmittag in die Schule zu kommen, obwohl ich da vorher nicht begeistert war, dass man uns dazu verpflichtet hat!

Ich habe jetzt diese Thematik mal aus einem anderen Blickwinkel gesehen.“

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