Mehr Greta, weniger Panik

von Redaktion

Abt Notker Wolf redet bei der KAB Neubeuern den Menschen ins Gewissen

Neubeuern – Die Schöpfungsgeschichte, erklärt an einem Psalm aus dem Lukas-Evangelium, wissenschaftliche Erkenntnisse und der Machbarkeitswahn: Mit Themen wie diesen fesselte Abt Notker Wolf beim Diskussionsabend der KAB Neubeuern im Bürgersaal rund 130 Zuhörer. Der Geistliche versuchte, den Wert der Schöpfung zu vermitteln, ebenso, welche Aufgaben sich damit an die Gesellschaft richten.

„Der Mensch
nutzt die Natur aus“

Mit eindringlichen Worten verwies Notker Wolf auf Auswirkungen wie Klimaveränderung, Überfischung der Meere, Plastikmüll und Luftverschmutzung. Der Mensch nutze die Natur aus, missbrauche sie als Materiallager und Mülltonne. Auch sich selber zwinge der Mensch Kreisläufe auf, die nicht mehr der Logik der Natur entsprächen. Wer aber natürliche Kreisläufe unterbreche, werde scheitern, sagte der Abt. Beispielhaft nannte er das Roden der Wälder in Südamerika. Seine Mahnung: Das Tier kenne seine Grenzen, der Mensch aber nicht.

Das Auftreten von Greta Thunberg lobte er als einen Weckruf. Viel mehr Menschen als früher machten sich Gedanken und versuchten auch schon im Alltag, dem Klimawandel entgegenzusteuern. Angst und Panik aber seien keine guten Ratgeber. Die Natur sei keine Maschine, welche auf Knopfdruck funktioniert. Nur an den Menschen liege es, Kreisläufe zu verlangsamen und den Einklang wiederherzustellen. „Muss jedes Schnäppchen gekauft werden?“, fragte er in die Runde, brauche man immer etwas Neues, könne man das eine oder andere nicht vielleicht reparieren? Nachhaltigkeit müsse in den Mittelpunkt rücken. Wenn man etwas nehme, müsse man etwas zurückgeben, zum Beispiel durch Wiederanpflanzungen. Dieses Konzept des Ausgleichs setze aber voraus, dass man miteinander kooperiere, dass man miteinander und nicht übereinander rede und einander respektiere.

Bildung und Weiterbildung seien eine weitere Voraussetzung. Seinen Vortrag ergänzte Abt Notker Wolf mit seinen Erfahrungen von zahlreichen Auslandsbesuchen.

Ein Stück mehr Bescheidenheit, mehr Wertschätzung von Zeit und Ruhe seien oft hilfreich, wie viele Naturvölker lehrten. RE

Artikel 7 von 11