Stephanskirchen – Auch beim zweiten Dorfgespräch waren wieder viele interessierte Leute aus allen Ortsteilen da, um sich über eigene und fremde Werte zu unterhalten. Karen Pape begrüßte, Maria Struve erklärte kurz, warum die Caritas dabei ist und Florian Wenzel erzählte die Entstehung der Dorfgespräche für die Neulinge.
Einige Teilnehmer wurden befragt, ob sie schon einmal da gewesen wären und warum sie wiedergekommen sind. Die meisten waren persönlich angesprochen worden, hatten die Flyer gesehen oder waren einfach interessiert, was da auf sie zu kommt. Manche hatten abgesagt, weil sie kein Ergebnis oder keinen Sinn in diesen offenen Gesprächen sahen, andere hatte gerade das gereizt, das Miteinander, das Kennenlernen und einfach drauflosdiskutieren ohne zu wissen was daraus wird.
An diesem Abend sollte einmal die Perspektive gewechselt werden und anderen zugehört werden, was sie denken und empfinden. Jeder sollte sich erst einmal überlegen, welches Vorbild ihm als Kind und als Erwachsener diente.
Auf einer Linie von 0 bis 10 sollte man sich danach aufstellen, wie es in Stephanskirchen mit Konflikten ausschaut. Die meisten stellten sich in der Mitte auf, weil es im Moment keine Meinungen in der Gemeinde gibt, die zu stark polarisieren. Natürlich scheiden sich die Geister bei Verkehr und Brennerzulauf, aber sehr zivilisiert. Allerdings wurden die vielen Bürgermeisterkandidaten bemängelt und die verschiedenen Meinungen, wobei keiner dem anderen zuhört oder die eigene Meinung „heruntergebügelt“ wird.
Welche künftigen Herausforderungen gibt es in Zukunft, welche Spannungen gibt es dabei und welche Fragen hat der Einzelne dazu beziehungsweise, was kann jeder dazu tun und Verantwortung übernehmen? Das waren die nächsten Fragen. Die Bandbreite war sehr groß. Verkehr und Radwege, Senioren- und Jugendbetreuung, neue Baugebiete mit bezahlbaren Angeboten, Sanierung des Antretter-Saals bis hin zu einem neuen Jugend- und Kulturzentrum.
Spannungen werden dabei auftreten zwischen Jung und Alt, Kosten und Nutzen, Freiheit und Verantwortung, Altbestand und Neubauten, neue Familien mit Kindern und zu wenig Wohnraum, öffentlichem Verkehr und Individualität und vieles mehr. Was hat der Einzelne von den Neuerungen?
Wie soll etwas gestaltet werden? Wie bringt man die verschiednen Kulturen unter einen Hut? Wer engagiert sich? Einzelne oder Vereine?
Was können
wir selbst tun
Dabei kam die Frage auf, auf was wir jetzt schon verzichten, wenn sich nichts ändert: Sicherheit, Lebensqualität, gute Luft, Platz für alle, ruhiges Leben. Im nächsten Dorfgespräch werden wir überlegen, was wir selbst tun können. Eine Genossenschaft gründen, demonstrieren, die eigene Mobilität überprüfen, ein Mitfahr-Bankerl, Fahrgemeinschaften gründenperWhats- app, regional einkaufen, einen Förderverein gründen, Talente suchen, Gebäude für ein Kulturzentrum oder ein Jugendzentrum suchen oder bauen und und und…
Das nächste und vorerst letzte Treffen findet am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr wieder im Antretter-Saal statt.