Ochs Kare nimmt Reißaus

von Redaktion

Geheimes Training für das Rennen in Wildenwart am Sonntag, 23. Februar

Wildenwart – Qualifying auf der Wildenwarter Rennbahn: Am Faschingssonntag, 23. Februar, um 13 Uhr startet das dritte internationale Ochsenrennen auf der Rennbahn an der Wildenwarter Kirche. Zu einem geheimen Trainingslauf trafen sich einige der Ochsen mit ihren Treibern auf dem Rundkurs unterhalb des Röselsbergs.

Mindestens zwei Jahre müssen die Ochsen alt sein, um mitmachen zu dürfen. Elf Starter – alle zwischen zwei und drei Jahren und tierärztlich untersucht – haben sich für den „Großen Preis von Wildenwart“ gemeldet und sind seit Wochen eifrig im Training.

Flucht in den
nahen Wald

Ein echter Favorit war beim Qualifying noch nicht zu erkennen, alle Rennteilnehmer spielten mit verdeckten Karten. Organisator Stephan Baumgartner wollte mit seinem braunen „Kare“ mitfahren, aber der Ochse hatte bei den Vorbereitungen seinen eigenen Kopf. Aus dem Stall ließ er sich noch bringen, aber schon das Anlegen des Kummets nahm er seinem Fahrer krumm. Als er dann vor den Wagen gespannt werden sollte, ergriff er die Flucht. Irgendwo im Wald konnte Baumgartner den müden Ochsen wieder einfangen, der sich damit selbst disqualifizierte. Nur ein lammfrommer Rennochse darf auf dem abgesperrten Rennparcours mitlaufen. Wenn an der Bahn Hunderte von Zuschauern stehen, die Musik aus den Lautsprechern dröhnt und der Stadionsprecher den Rennverlauf kommentiert, darf ihn nichts und niemand aus der Ruhe bringen. „Man muss früh genug mit dem Training anfangen und alles von Grund auf lernen – der Ochse genauso wie der Fahrer“, waren sich Baumgartner und Florian Bauer einig. Beide standen beim letzten Mal als Fahrer auf einem Wagen. „Es hilft nichts, die Ochsen erst ein paar Tage vor dem Rennen einzuschirren und vor den Wagen zu spannen.

Das Prinzip Hoffnung reicht hier nicht aus, nur was intensiv trainiert wurde, wird von beiden auch beherrscht. Das Abrichten von Ochsen war eine Kunst, die früher jeder Bauer beherrschen musste. Dieses landwirtschaftliche Grundwissen ist im Zeitalter der großen Traktoren verloren gegangen.“ Die Tiere müssen frühzeitig ans Zaumzeug und ans Gehen auf Wiese und Straße gewöhnt werden. Wenn der Ochse dann nach einigen intensiven Wochen am Halfter brav neben seinem Treiber herläuft, nicht gezogen und nicht geschoben werden muss, beginnt der nächste Teil der Ausbildung. Der Ochse und sein Wagen machen miteinander eine erste Bekanntschaft. Es sind allerdings keine schweren Gefährte mit Heu oder Kies, die beim Rennen zu ziehen sind, sondern abenteuerliche, selbst gebaute Anhänger, die zum Beispiel eher einem römischen Streitwagen der Marke Ben Hur oder einem Trabersulky aus Daglfing ähneln. Regeln für die Beschaffenheit des Fahrzeugs gibt es keine. Dem Fahrer ist es grundsätzlich verboten, eine Peitsche oder gar einen Elektroschocker zum Antreiben seines Zugochsen zu verwenden.

Gemütlicher
Zieldurchlauf

Der zweite Mann des Gespanns darf erst eingreifen, wenn der Sieger die Ziellinie bereits passiert hat. Und das kann dauern, wie die Erfahrung aus zwei Rennen lehrt. So sind Baumgartner und Bauer gespannt, wie sich die Rennochsen am Faschingssonntag verhalten werden.

Die Wildenwarter fiebern dem Ereignis entgegen. Nach dem Rennen treffen sich dann alle um 20 Uhr zum Ochsenball im Feuerwehrhaus.

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