Bad Endorf – „Was ist das denn für ein heißes Gefährt“ oder „den nehme ich sofort mit zur Heim-Weltmeisterschaft nach Altenberg“ oder „schade, dass es bei den Frauen keinen Vierer-Bob gibt“ – die Begeisterung in der Bundespolizeisportschule Bad Endorf über den neu gestalteten „Bundespolizei-Vierer-Bob“ ist groß.
Highlight
im Foyer
Der Ausstellungs-Bob wird nicht nur das optische Highlight im Foyer des Bundespolizei-Wintersportleistungszentrums, sondern auch ab und an die Weltklasse-Athleten zu großen internationalen Wettkämpfen begleiten.
Den ersten großen öffentlichen „Auftritt“ feiert das schwarz-rot-gelbe Hightech-Gefährt ganz aktuell bei der Bob-Heim-Weltmeisterschaft vom 20. Februar bis 1. März in Altenberg (Erzgebirge) in der legendären „Kurve 11“. Dort wird er für Präsentationen, Fototermine und einfach zum Ausprobieren und Reinsetzen zur Verfügung stehen.
Blick zurück, wie die Bundespolizeisportschule Bad Endorf an das besondere Gefährt kam: Das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) hatte den Endorfern den original Vierer-Bob der Baureihe 408 überlassen – und das auch noch kostenfrei bei einem vom Institut bezifferten Herstellungswert in Höhe von rund 90000 Euro. So sehr sich die Kaderschmiede von Wintersportarten über diesen „Mega-Deal“ anfänglich freute, galt es doch nach dem persönlichen Abholtermin in Berlin noch eine große Schwachstelle des „großen Schlitten“ zu beseitigen: seine mausgraue Grundlackierung – ähnlich der schwarzen Rasterbeklebungen von „Erlkönig-Autos“. Schließlich handelte es sich bei dem Bob um einem vom FES entwickelten Prototypen.
Nach dem Motto, warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah, nahm Pressesprecher Torsten Neuwirth Kontakt mit Stephan Schulz aus Bad Endorf auf. Der Geschäftsführer und Firmeninhaber der Autolackiererei Rainer Schulz sagte nach einer eingehenden Begutachtung spontan zu, dem Gefährt einen neuen Anstrich zu verleihen. „So eine Spezialanfrage bekommt man ja nicht alle Tage, da steckt aber viel Arbeit drin und dran“, sagt Schulz. So legte dann auch der Fan schneller Autos und Motorboote selber Hand an die Schleifmaschine und Sprühpistole. Nach gut 40 Stunden erstrahlt nun der „408er“ gerade rechtzeitig zur Bob-WM hochglänzend im schwarz-rot-gelben Nationalfarben-Design mit sanften Farbübergängen. Für Schulz zwar eine gewisse Herausforderung, doch kein großes Problem, sind für ihn doch Sonderwünsche und Spezialaufträge beinahe alltäglich. Denn neben der klassischen Autolackiererei mit zehn Mitarbeitern befasst er sich auch schon mal mit Badewannen, Motoren oder auch Eisstöcken, die allesamt farblich veredelt werden.
Spitzensportler
bei der Sitzprobe
Eine erste „Sitz-Probe“ unternahmen kürzlich schon die Profis in dem neuen Bob: der zweifache Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich, der Olympia-Zweite von Pyeong Chang Nico Walther und die zweifache Bob-Weltmeisterin Annika Drazek. Sie alle waren: begeistert vom neuen Ausstellungs-Gefährt.
Das Interesse an dem Vierer-Bob ist im Übrigen groß: In Bad Endorf trudeln bereits weitere Anfragen ein, wer denn nach dem Einsatz bei der Bob-WM in Altenberg das Gefährt auch gerne „buchen“ würde – unter anderem ist es für den nächsten „Tag der offenen Tür“ der Bundesregierung in Berlin angefragt.
„Das wird ein richtiger Weltenbummler“, schmunzelt Torsten Neuwirth – und freut sich über das Interesse am Bad Endorfer Neuzugang.