Riedering – Einstimmig genehmigten die Gemeinderäte in ihrer Sitzung die Planungen zur Ableitung des Oberflächenwassers in Niedermoosen.
Der nordwestlich gelegene Ortsteil war bereits mehrfach von Hochwasser betroffen (wir berichteten). Der Bürgermeister Josef Häusler (Wählergemeinschaft Söllhuben) erklärte zu Beginn der Sitzung, dass in der betroffenen Straße, dem Waldweg, der von der Falkensteinstraße nach Norden hin abzweigt, zwar Ableitungen vorhanden seien, diese aber „wesentlich zu klein“ seien.
Beschluss ist
notwendig
Mit einem Privatanlieger werde man eine Nutzungsvereinbarung unterzeichnen. Jedoch sei für die weiteren Planungen ein Gemeinderatsbeschluss notwendig.
Johann Hollaus vom Ingenieurbüro Europlan GmbH stellte die Ist-Situation dar. Der südlich verlaufende Kanal sei ein 400er-Kanal, der in einen 250er-Kanal übergehe. Das führt zu einem Rückstau. Zudem sei laut Berechnungen „der 400er-Kanal zu klein.“ Es sei mindestens ein 700er vonnöten.
Die Gemeinde wolle die Kanalstärke für ein Regenereignis von 20 Jahren berechnen. In ähnlichen Gebieten rechne man mit zwei Jahren.
Deshalb schlage Europlan ein Regenereignis von fünf Jahren vor, was mit 250 Litern pro Sekunde pro Hektar gleichzusetzen sei. Der Fachmann weiter: „Ein Regenereignis ist nicht mit einem Hochwasser von einem Fluss zum Verwechseln.“
In einem ersten Bauabschnitt werde der Schmutzwasserkanal ausgebaut und verlegt.
Denn der neue Regenwasserkanal mit einem 900er-Rohr brauche viel Platz. In einem zweiten Bauabschnitt sei dann der südliche Teil dran. Die Kosten allein für den ersten Bauabschnitt beliefen sich, so der Fachmann weiter, auf über 350000 Euro. Matthias Pummerer (Freie Wählergemeinschaft Riedering) hakte beim Regenereignis nach und ob nicht auch ein 600er-Rohr ausreiche. Hollaus verwies darauf, dass die Gemeinde den Kanal auf ein starkes Regenereignis auslegen wolle.
Bürgermeister Häusler gab zur Auskunft, dass dort schon seit langem Häuser stehen aber die umliegenden Flächen keine Geländemodellierungen hergeben. Ein groß angelegter Regenwasserkanal werde lange Zeit standhalten. Das neue Gewerbegebiet südlich der Falkensteinstraße werde separat behandelt, so der Rathauschef weiter.
Es gibt keine
Zuschüsse
Georg Kasberger (CSU) erkundigte sich nach den Kosten. Die Abwassergebühren werden auf die Gesamtgemeinde umgelegt, erklärte Häusler. Hollaus fügte dem hinzu, dass es für solche Neubauten keine Zuschüsse von der Regierung gebe.
Schließlich ließ Bürgermeister Häusler über den Beschlussvorschlag abstimmen. Demnach sollen die Arbeiten für die Ableitung des Oberflächenwassers ausgeschrieben und mit den Baumaßnahmen so schnell wie möglich begonnen werden.