Wasserburg/Köln – „Es fühlt sich großartig an, dass wir weitergekommen sind. Das ist für uns die Bestätigung auf einem harten Weg“, sagt Edna Kleber-Belizário. Gemeinsam mit ihrem Mann Christoph Kleber, mit dem sie den Laden Grünkunft in der Wasserburger Altstadt betreibt, ist sie in der Pro7-Gründershow „Ding des Jahres“ ins Finale vorgerückt – und zwar mit einer Folie, die keine ist. Der „Nachhälter“ besteht aus Zellulose, ist biologisch abbaubar und könnte den Verpackungsmarkt revolutionieren, sogar das Ende der Plastiktüte einläuten – sofern der „Nachhälter“ den Weg in die Massenproduktion fände.
Die besten Voraussetzungen dafür hat das Ehepaar Kleber mit seinem Auftritt in der Pro7-Show geschaffen und ist nun deutschlandweit bekannt. „Wie haben vier Jahre Arbeit und einen sechsstelligen Betrag in unseren ,Nachhälter’ reingesteckt – unterstützt durch Familie und Bankkredite“, erklärt Christoph Kleber auf Nachfrage. Den Pioniergeist von Erfindern tragen die beiden Wasserburger in sich. „Man muss weitermachen, da, wo andere aufhören würden. Es ist wie ein Feuer, das in uns brennt“, sagt Christoph Kleber im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung. Seine Frau ergänzt, der Beitrag, den man damit für die Umwelt leisten kann, sei viel wichtiger als die unternehmerische Selbstverwirklichung.
Das Finale findet am Mittwoch, 4. März, um 20.15 Uhr auf Pro7 statt. Die Klebers treten mit dem Produkt, das die Jury so beurteilt, zum Gewinnen an: „Der Nachhälter verändert und rettet die Welt“. Vier von vier Stimmen gab es in der Sendung am Mittwoch für den „Nachhälter“ aus Wasserburg. Auch Joko Winterscheidt stimmt als letztes Jurymitglied für den Nachhälter. „Das Ding muss in die Massenproduktion“, sagt er. 67 Prozent der Publikumsstimmen haben die Klebers mit ihrem plastikfreien Beutel erreicht.
„Das wäre das Ziel unseres Traums: in die Massenproduktion, damit die herkömmliche Plastiktüte verschwindet“, sagt Christoph Kleber. Aber das Ziel können er und seine Frau nicht alleine erreichen. Er hofft, dass die Industrie auf das Produkt aufmerksam wird.
Warum haben sich nicht schon längst Unternehmen auf die biologisch abbaubare „Nicht-Folie“ gestürzt? Laut Kleber sei die Nachhälter-Folie nicht schweißbar, kann also in herkömmlichen Anlagen nicht verwendet werden, würde beim Verschweißen einer Verschlussnaht verbrennen. „Dazu müsste die Industrie ihre bestehenden Produktionsanlagen umstellen“, erklärt der Erfinder.
Viel haben seine Frau Edna und er getüftelt und probiert, um die Maschinen entsprechend zu bauen und eine Siegelnaht zu entwickeln, mit der sie etwa Nudeln und andere Trockenware verschließen. Produziert wird übrigens in Rott am Inn.