Oberaudorf – Auch in seinem 22. Jahr ist der Oberaudorfer Nachtfaschingszug eine fröhlich bunte Gaudi und stets für Überraschungen gut. Was 1998 als Spontanveranstaltung des Inntalchores begann, ist inzwischen zu einer festen Einrichtung des Wintersportvereins WSV Oberaudorf geworden. Der unterstützt damit vor allem seine Nachwuchsarbeit
Den WSV 05 Oberaudorf gibt es seit 115 Jahren. Für sein erfolgreiches Engagement in der Jugendarbeit, vor allem im nordischen, aber auch im alpinen Bereich ist er überregional be-kannt. Da der Oberaudorfer Nachtfaschingszug mit anschließendem Faschingstreiben auf dem Rathausplatz und der legendäre WSV-Ball im Kursaal, ansehnliche Reinerlöse erbringen, kann alljährlich ein beachtlicher Teil der Kosten für die aktive Nachwuchsförderung be-zuschusst werden. Ob Trainer- und Lehrgangskosten, Überregionale Lehrgänge, die Organisation von Wettkämpfen oder notwendige Materialinvestitionen. Der Sportlernachwuchs des heimischen Wintersports profitiert von der Faschingsgaudi.
Motivator
und Antreiber
Motor, Motivator und Seele der erfolgreichen Faschingsaktivitäten des WSV Oberaudorf ist Stefan Hirnböck. Der Spartenleiter für Alpine, Bob- und Rodel, 1996 bayerischer Meister im Zweierbob, war von Beginn an bei den Oberaudorfer Nachtfaschingszügen dabei. Als Chormitglied beim Inntalchor, dessen Dirigent und Leiter Jürgen Doetsch den musikalischen Umzug durch das Dorf ins Leben rief, gehörte Hirnböck zu den eifrigsten Faschingsnarren. Nachdem 2005 der musikalische Nachtfaschingszug einzuschlafen drohte und 2006 sogar ganz ausfiel, startete Stefan Hirnböck den Neustart.
„Ich wollte den Oberaudorfer Fasching auf neue Füße stellen. Anders, bunter und professioneller. Einen Nachtfaschingszug mit Motto und einen Ball im Kursaal der mehr bietet als Luftschlangen, bunte Lampions und Konfetti“, berichtet Hirnböck. „Damit wandelten sich aber die Vorbereitungen alljährlich zu einer Herkulesarbeit, die bis heute nur mit gut zwei Dutzend engagierter und motivierter WSV-Mitglieder zu bewältigen ist“.
Seit 2007 gibt es alljährlich ein fantasievolles Motto für den Nachtfaschingszug mit immer wieder überraschenden und motivierenden Plakaten. Das begann mit „Audorf ein Wintermärchen“, orientalischen, cirsenischen wie musikalischen Vorgaben oder Themen von James Bond, über Las Vegas, „Strada del Sole“ oder „Road to Brazil“. Auch das heurige Motto „Zurück in die 80er“, lässt den Faschingswagen und Fußtruppen viele Freiheiten. „Für das Plakatmotiv, mit dem in den 80er-Jahren in Nordirland gebauten Sportwagen DeLorean bin ich mit meinen Kompars/innen extra in ein Oldtimermuseum im oberfränkischen Coburg gefahren und wir haben das dann per Fotomontage in die Oberaudorfer Landschaft projeziert“, schmunzelt der Oberaudorfer Faschingsorganisator Stefan Hirnböck.
Die Verwandlung
des Kursaals
Wahre Wunder verbringt das Faschingsteam des WSV Oberaudorf alljährlich im örtlichen Kursaal. Der nüchterne Saal, mit seinem alpinen Holzbarock, muss innerhalb einer Woche in eine farbenfrohe Faschingslandschaft verwandelt werden.
Zwei Musikbühnen flankieren die Mitte des Raumes und die ansonsten vom Audorfer Bauerntheater bespielte Bühne wird zu einer großen Bar- und Loungelandschaft. Die Holzdecke verhüllen bunte Stoffe, wechselnde Lichtprojektionen sorgen für cooles Tanzfeeling. Für die Getränke- und Essensversorgung kümmern sich die Ehrenamtlichen aus dem Verein, die zum Teil schon an den entsprechenden Ständen am Rande des Faschingszuges und am Rathausplatz aktiv waren.
Der Oberaudorfer Nachtfaschingszug startet am heutigen Samstag um 19 Uhr, fährt zweimal durch das Dorf und endet im bunten Faschingstreiben am Rathausplatz. Im Kursaal beginnt dann um 20 Uhr der legendäre WSV-Ball.