Hadern mit der Autobahn

von Redaktion

Hilferuf der Anwohner an die Gemeinde Bad Feilnbach

Dettendorf/Bad Feilnbach – Die Dettendorfer Bevölkerung hadert weiterhin mit der nahen Autobahn München-Salzburg. Zwar wurde – nach jahrelangen Bemühungen (wir berichteten) – im vergangenen Jahr eine Lärmschutzwand erstellt. Diese bringt aber weniger Entlastung als erhofft. Zudem steht als „Damoklesschwert“ immer noch ein massiver Ausbau der beiden ortsnahen Parkplätze „Im Moos“ und „Eulenauer Filz“ im Raum.

In beiden Anliegen hat sich die Ortsgemeinschaft nach einer zuvor einberufenen Versammlung jetzt mit Unterschriftenlisten an die zuständige Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gewandt. Bezüglich der Parkplätze fordern die 133 Unterzeichner, dass auf die Erweiterung der bestehenden Stellplätze verzichtet wird und die Parkplätze stattdessen östlich der Anschlussstelle Bad Aibling auf weitgehend öffentlichen Flächen nördlich und südlich der Autobahn angelegt werden.

Fläche ums
Dreifache erweitern

Die geplanten zusätzlichen Parkflächen in unmittelbarer Nähe des Dorfes seien einfach ein Zuviel an Belastung. Zudem seien im Rahmen der Dorferneuerung in den letzten Jahren erhebliche öffentliche Gelder dafür verwendet worden, um das Dorf lebenswerter zu gestalten. Mit der geplanten Erweiterung um mehr als die dreifache Fläche würden diese Bemühungen und das große Engagement der Einwohner für die Dorferneuerung praktisch ins Gegenteil verkehrt.

Da östlich der Anschlussstelle Bad Aibling öffentliche Flächen vorhanden seien, sollten diese vorrangig eingesetzt werden, um ein Dorf vor unzumutbaren Belastungen und zusätzlich die noch vorhandenen landwirtschaftlichen Existenzen zu schützen.

Aktive Unterstützung dafür erhoffen sich die betroffenen Anlieger auch von der Gemeinde Bad Feilnbach. Die Kommune hat nämlich vor wenigen Jahren das Gut Eulenau mit rund 50 Hektar Grundbesitz erworben.

Dessen Ländereien grenzen unmittelbar an die Autobahn und die Ausfahrt Bad Aibling an. Da ein 40 Meter breiter Streifen neben der Fahrbahn als Bauverbotszone ohnehin nicht baulich oder gewerblich genutzt werden könne, biete sich – so die Antragsteller – das Gelände als Ersatzfläche für Autobahnparkplätze geradezu an. Eine Delegation der Dettendorfer hat diesbezüglich auch schon mit dem Bad Feilnbacher Bürgermeister Anton Wallner Kontakt aufgenommen.

Enttäuscht sind viele Bürger zudem von der Wirkung des mit großem Aufwand erstellten Lärmschutzes.

Den Klagen mehrerer Bürger zufolge werde der Autobahnlärm bei entsprechender Witterung über vorhandene Lücken wie durch einen Trichter gebündelt und belaste daher einzelne Bereiche über Gebühr. An diesen neuralgischen Punkten sollten deshalb Nachbesserungen vorgenommen werden.

Außerdem wird in dem Schreiben an die Landtagspräsidentin gefordert, dass die auf der Basis von Berechnungen prognostizierten Lärmminderungen durch Messungen nachgeprüft und vorrangig eine Geschwindigkeitsbeschränkung angeordnet wird.

Die leidgeprüften Dettendorfer verweisen auf entsprechende Zusagen von Ministerpräsident Söder bei der im Vorjahr eröffneten Autobahn A94 durch das Isental und erwarten, dass hier der Grundsatz „gleiches Recht für alle“ angewendet wird.

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