Ärger über Planänderung

von Redaktion

Gemeinderat setzt bei „Gut Obing“ ein Zeichen

Obing – Der Gemeinderat Obing sprach sich bei seiner jüngsten Sitzung mit der Gegenstimme von Hans Mayer (BLO) gegen die Änderungsplanung „Gut Obing“ aus. Zur Vorgeschichte: Die L+S Denkmal Gut Obing GmbH & Co. KG hatte das Anwesen Seestraße 2 in Pfaffing instandgesetzt und 37 Wohnungen eingebaut. Bei der Errichtung der Tiefgarage und des Garagengebäudes wurde planabweichend gebaut.

Planung erst nach Bau neu eingereicht

Hierfür wurde nun eine Änderungsplanung eingereicht. Im Bereich der Tiefgaragenzufahrt wurden Stützwände in der Ausführung geändert und teilweise verlängert. Das Garagengebäude wurde um 0,71 Meter verbreitert und hat dadurch einen geringeren Abstand zur Tiefgarage. Die seitliche Wandhöhe des Garagengebäudes wurde von 2,88 Metern auf 3,20 Meter erhöht. An der Nordseite der Garage fällt die Abstandsfläche in den öffentlichen Straßenbereich. Insgesamt gesehen sind die Abweichungen geringfügig und die bauplanungsrechtlichen Bestimmungen sind nach wie vor eingehalten.

Der Gemeinderat zeigte sich über das Vorgehen des Bauherrn trotzdem verärgert. Dementsprechend wurde die planabweichende Bebauung heftig kritisiert. Allerdings bestehen aus Sicht der Verwaltung nach derzeitigem Sachstand vonseiten der Baubehörde keine Bedenken gegen den Änderungsplan. Florian und Martin Maier (beide CSU), Armin G. Plank (PAO), Albert Löw (FW) und Albert Lamprecht (BLO) brachten es auf den Punkt: Unabhängig davon, dass das Projekt ein Glücksfall für die Gemeinde sei, habe es einen genehmigten Plan gegeben. Und anschließend werde absichtlich größer gebaut. Dieses Vorgehen solle – zumal es vom Bauherrn bei vorangegangenen Vorhaben bereits ähnlich praktiziert worden sei – nicht einfach abgenickt werden, so die Meinung der Räte. Es müssten Zeichen gesetzt werden, denn sonst entstehe der Eindruck: „Wer sich an die Vorgaben hält, ist der Dumme“. Die Ablehnung solle auch ein Signal an das Landratsamt sein, das bereits die Zustimmung zur Änderungsplanung signalisiert hat. „Aus Prinzip aus den genannten Gründen dagegen, aber nach realistischen Gesichtspunkten dafür“, argumentierte Hans Mayer (BLO). Das Landratsamt werde ohnehin über die Gemeinde hinweg die Zustimmung erteilen.

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