Söchtenau – Die Stockschützen bekommen eine Überdachung ihrer Bahn. Dem zweiten Antrag der Abteilung des SV Söchtenau-Krottenmühl stimmte der Gemeinderat jetzt zu. In der Dezembersitzung war der erste Antrag des SV noch mit acht zu sieben Stimmen abgelehnt worden.
Ablehnung stieß
auf Unverständnis
Die Ablehnung stieß laut Bürgermeister Sebastian Forstner in Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis, er sei mehrfach darauf angesprochen worden. Eine erneute Behandlung war nur möglich, weil gewichtige Gesichtspunkte vorlagen, die ein anderes Abstimmungsergebnis denkbar machten.
Konkret ging es um die Kosten der Überdachung. Der Sportverein hatte Angebote für die Überdachung der Stockbahn eingeholt, die Kosten zwischen 175000 und 210000 Euro erbrachten. Dabei wurden die verschiedenen Materialien und Ausstattungsmöglichkeiten – zum Beispiel mit Lichtband oder ohne – samt Kosten abgefragt, um letztlich ein passendes Leistungsverzeichnis zu erstellen, erklärte der Bürgermeister.
Georg Liegl, der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung und Gemeinderat, hat beim Amt für ländliche Entwicklung die Zusage eines Zuschusses über 60 Prozent der Baukosten, maximal aber 100000 Euro erwirkt – und diese Zusage für den zweiten Antrag des Sportvereins bestätigen lassen. Eine Förderung durch den Landesverband der Stockschützen fiele mit 20 Prozent deutlich geringer aus, so Forstner. „Wir dürfen uns diese Chance nicht entgehen lassen“, so Liegl, „wir wären dumm, wenn wir‘s täten“.
Weil es Nachfragen gegeben habe, so Forstner, rief er den Gemeinderäten noch einmal in Erinnerung, dass die beiden Vereinsstadel in Söchtenau und Schwabering, in denen die Vereine ihre Materialien lagern können, letztlich ja auch Vereinsförderung durch die Gemeinde sei. Für beide Stadel gemeinsam zahlte die Gemeinde rund 200000 Euro. Neun Vereine nutzen die Stadel. Martin Gabriel fand, dass die Überdachung der Asphaltbahnen ein Segen für den Sportverein und auch für die Gemeinde sei. Denn unter dem Dach könnte bei schlechtem Wetter zum Beispiel auch der Dorfmarkt abgehalten werden. Dort könnte die Landjugend feiern, der Bürgermeister feiere dort gerne den Abschluss der Dorferneuerung in einem Zug mit der Einweihung der Überdachung.
Reaktion von
den Zuhörern
Ja, wenn andere Vereine und Organisationen unter dem Dach auch Unterschlupf finden könnten, dann sei er „auch voll dafür“, so Lorenz Loy. Auch Martin Mayer-Löw ließ sich dadurch von seiner ablehnenden Haltung abbringen. Was aus den Reihen der vielen Stockschützen im Saal halblaut mit „Das habt Ihr uns im Dezember ja bloß nicht glauben wollen“ kommentiert wurde. Der Zweite Bürgermeister Bernhard Summerer, im Dezember auch noch dagegen, erklärte, er habe kein finanzielles Abenteuer eingehen wollen. Das erscheine ihm durch die Deckelung auf 180000 Euro – vor Zuschuss – nun aber ausgeschlossen. Deswegen könne er jetzt zustimmen. Das taten insgesamt 13 Gemeinderäte, zwei blieben bei ihrer Ablehnung.