Aschau – „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie entsetzlich peinlich mir das ist. Ich schlafe schon schlecht.“ Georg Westenthanner, dem CSU-Ortsvorsitzenden, ist ein Fehler unterlaufen. Ob dieser Fehler Folgen hat, muss die Kreiswahlleiterin Christine Müller nach dem 15. März prüfen.
Die falsche Liste zur
Wahl eingereicht
Westenthanner hat versehentlich die für die Nominierungsversammlung der Aschauer CSU vorbereitete Wahlliste beim Wahlausschuss der Gemeinde abgegeben. Was er ebenso wenig bemerkt hat wie die zehn Personen, die den Wahlvorschlag unterschrieben haben. Die Liste stimmt nicht mit dem Wahlergebnis der Mitgliederversammlung überein.
Klaus Stöttner, der CSU-Kreisvorsitzende, der die Wahl am 8. Januar leitete, erklärte auf Nachfrage, dass die Kandidatenliste natürlich im Vorfeld besprochen gewesen sei. Abgestimmt wurde in drei Blöcken. Innerhalb dieser Blöcke konnten die Kandidaten nach vorne oder nach hinten gewählt werden. „Das ist auch geschehen“, so Stöttner.
Nur drei Kandidaten landeten nach der Abstimmung auf dem Listenplatz, auf dem sie zuvor schon geführt wurden, nämlich Michael Andrelang auf Platz eins, Werner Stuhlrainer auf Platz neun und Franz Kratzer auf Platz 17. Ansonsten betragen die Abweichungen der Ergebnisliste bis zu sechs Plätze – im Block der Plätze sieben bis zwölf. Bei der Wahl 2014 erreichte die CSU sieben Plätze.
„Die Kandidaten sind
mir nicht böse“
„Ich habe mit den Kandidaten schon gesprochen“, so Westenthanner, „wir sind ein gutes Team und mir ist keiner böse.“ Mit Mauschelei habe das Ganze gar nichts zu tun, versichert Westenthanner. „Ich habe mich ja selber auch von Platz zwei auf Platz vier verschlechtert.“
Auswirkungen auf die Wahl am 15. März hat Westenthanners Versehen nicht. Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes, sagte auf Anfrage, dass Übertragungsfehler passieren können. Der Aschauer Wahlausschuss habe ganz richtig die Liste, die ihm vorlag, geprüft und diese zugelassen. Damit ist sie gültig. Und auf die Wahlunterlagen gedruckt.
Genau deswegen fielen die vertauschten Listen auch auf. Ein Briefwähler, der einige Platzierungen auf der CSU-Ergebnisliste kannte, wunderte sich über seine Wahlunterlagen. Und ging an die Öffentlichkeit.
Zunächst gibt es keine Konsequenzen. Die Aschauer wählen am Sonntag, 15. März, nicht nur ihren Bürgermeister, sondern auch ihren Gemeinderat. Denn die anderen Parteien sind von den internen Verschiebungen der CSU nicht betroffen, erklärt der Gemeindewahlleiter Markus Heinrich. Sollten nach dem 15. März Klagen eines Nicht-Gewählten kommen, der von den CSU-Mitgliedern weiter vorne auf der Liste platziert worden war, dann ist die Kreiswahlleiterin gefragt.
Problem nur bei vielen
Listenkreuzen
Sie muss laut Stöttner generell prüfen, ob es so massive Verschiebungen gab, dass von einer Verfälschung der Wahl auszugehen sei. „Das ist aber nur dann der Fall, wenn sehr häufig die Liste angekreuzt wird“, so Stöttner. Wenn individuelle Stimmen vergeben werden – bis zu drei pro Kandidat können es sein – taucht das Problem nicht auf. „Gott sei Dank wird selten die Liste angekreuzt“, seufzt Westenthanner. Denn das fehlte ihm noch: dass wegen seines Versehens die Aschauer ihren Gemeinderat noch einmal wählen müssten.
Mit den Kandidaten hat der CSU-Ortsvorsitzende schon geredet, mit den Mitgliedern wird er es bald tun: Noch vor der Wahl will er eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.