Halfing – Der Theaterverein Halfing feierte die Premiere seines neuen Stücks „Die Wahl-Lumpen“ im Pfarrheim in Halfing, zu der neben Bürgermeister Peter Böck auch der Präsident des bayerischen Amateurtheaters, Horst Rankl, gekommen war.
Es konnte eigentlich nicht viel schiefgehen: Ein Stück, das haargenau zum Kommunalwahlkampf passt, und ein redseliger „Preiß“ im karierten Knickerbocker-Anzug, der zur Zeit von Prinzregent Luitpold die Dorfgemeinschaft von Stöttham aufmischen will. Mit der bayerischen Komödie „D’Wahl-Lumpen“ von Peter Landstorfer kann der Theaterverein Halfing wieder an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen.
Zum Inhalt: Recht behäbig geht es auf dem Gemeindeamt von Stöttham zu. Weder der Amtsdiener Wimmerl (Marcel Brechlin), noch der zeitungslesende Bürgermeister Irlacher (Andy Hartl) reißen sich die Haxen aus, wenn es um die Belange der Bürger geht. Selbst jetzt nicht, wo die Bürgermeisterwahlen vor der Tür stehen, „weil mir sowieso bloß wieder den oana Kandidaten ham“.
Und so drängeln sich wie immer die Wartenden im Vorzimmer: Die Villmayerin (Maria Hartl), die einen Grenzsteinvermessungsberichtigungsantrag braucht, die Kramerin (Liesi Maier), die vor drei Monaten einen Pass beantragt hat und die Kontrahenten in der Angelegenheit „Kartoffelkäfer in der Blutwurst“. Als Beklagter der Metzger Gsodmoar (Andreas Fegl junior), als Kläger der Pfannenflicker Henschl (Robert Binder) und als Zeugin Rosa Datschl (Sandra Guggenbichler). Und dann vertreiben sich hier noch die zwei Gemeinderäte Heignmoser (Helmut Gruber) und Krutznbichler (Fredl Entfellner) die Zeit bis zur nächsten Sitzung.
Doch da betritt der „Preiß“ die Bühne, und auf einmal ist alles anders. Der Neubürger Gustav Stüder (Max Zunhammer) bringt Schwung in die verschlafene Gemeinde: Er erklärt sich zu Irlachers Gegenkandidaten und hat schnell die Weiblichkeit des Dorfes um sich geschart.
Regisseur Andy Fegl senior gelang es, eine erstaunliche Teamleistung bei den Schauspielern hervorzurufen. Auch unzählige Helfer wie die heimliche Stimme im Hintergrund, Moni Ganserer (Souffleuse), Beleuchter und Techniker Charly Seidinger sowie Maskenbildnerin Michaela Aatal sorgten für eine punktgenaue Inszenierung.
Zum Schluss der Vorstellung sorgte Vorsitzender Sepp Hofer noch für zwei Überraschungen. Zum einen überreichte er Pater Christoph einen Spendenscheck über 750 Euro für die in Halfing anstehende neue Kirchenorgel, zum anderen verabschiedete er den scheidenden Bürgermeister Peter Böck, der sozusagen zu seiner letzten Premiere als Amtschef von Halfing geladen war.
Karten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Reiter unter Telefon 08055/ 903198.