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von Redaktion

Bürgerversammlung Riederinger haben wenig Fragen an den Bürgermeister

Riedering – Letzter Vorhang für den Bürgermeister: Josef Häusler lud zu seinen letzten Bürgerversammlungen beim Alten Wirt in Riedering und beim Hirzinger in Söllhuben ein. In den Vorjahren waren die Veranstaltungen stets sehr gut besucht und viele Fragen und Wünsche wurden vorgetragen. Heuer hingegen zog es die Besucher offensichtlich eher zu den Podiumsdiskussionen, bei denen sich drei Bewerber um den Chefposten im Rathaus vorstellten.

Dafür kam das Publikum der Bürgerveranstaltungen in den Genuss, nicht nur auf vielen bunten Folien das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf anstehende Projekte präsentiert zu bekommen, sondern es gab auch Einblick in Verwaltungsvorgänge. Sogar am Sonntag seien die Mitarbeiter des Rathauses aktiv, etwa wenn der Reisepass von Gemeindebürgern das Ablaufdatum überschritten habe, dies aber erst bei der Ausreise vom Flughafenpersonal festgestellt werde, wie Häusler anmerkte.

Im letzten Jahr sehr
viel umgesetzt

Im Jahresrückblick streifte Häusler das Erreichte, sei es beim Bauland für Einheimische am Pruttinger Bach, im Gewerbegebiet Niedermoosen, beim AST, beim Breitbandausbau, beim Kindergartenneubau in Riedering, dem Ausbau des Hochwasserschutzes, den Planungen zum Lebensmittelnahversorger oder bei der Dorferneuerung. Mit seinem Amtsantritt vor zwölf Jahren startete auch das Gemeindeblatt „Gmoa, Land & Leit“, das Riedering viermal im Jahr in allen Bereichen abbildet. Abschließend bedankte er sich bei allen Mitarbeitern im Rathaus und den vielen Unterstützern und Ehrenamtlichen im gesamten Gemeindegebiet, „die helfen und sich einbringen“: Ihr Dienst für die Gemeindebürger, ob groß und klein, sei „unbezahlbar.“

Monika Hollinger vom Hauptamt übernahm dann das Vorstellen der Zahlen aus dem Rathaus: So sei die Gemeinde innerhalb der letzen Jahre um mehr als 2000 auf knapp 6000 Einwohner angewachsen. Aber nicht nur Riederinger, sondern auch Touristen erfreuten sich an der wunderschönen Umgebung. Hier weise der Trend ebenfalls nach oben, im vergangenen Jahr gab es mit über 23000 Übernachtungen einen neuen Rekord.

Die Kindergärten sind
voll ausgelastet

Die vier Kindergärten seien voll ausgelastet, was aber auch zu einer steigenden Belastung bei den Ausgaben führe. Denn trotz Zuwendungen vom Staat wachsen damit nicht nur die gemeindlichen Ausgaben an, sondern auch die Defizitübernahmen, eine freiwillige Leistung, wie die Verwaltungsfachfrau betonte.

Geschäftsleiter Dr. Andreas Uhlig stellte anschließend kurzweilig die Bauleitplanung des vergangenen Jahres sowie Zahlen aus der Bauverwaltung vor. Das Regenrückhaltebecken am westlichen Ausgang Riederings habe sich, wie er auf Fotos vom Februar dieses Jahres bewies, schon voll ausgezahlt, die als „Stahlspargel“ verschrienen T-Stahlträger hätten sich schon beim Sammeln von Treibholz als sehr nützlich erwiesen.

Kämmerer Wolfgang Eberle stellte einige Zahlen aus dem gemeindlichen Haushalt vor. Der über zehn Millionen umfassende Verwaltungs- und gut neun Millionen Euro starke Vermögenshaushalt sei für die knapp 6000-Einwohner-Gemeinde ein hoher Wert. Mittels Diagrammen und Grafiken zeigte er die Finanzausstattung der Gemeinde sowie die Ein- und Ausgaben auf und ließ dabei nicht unerwähnt, dass die Investitionen in Neubau von Kindergarten und Regenwasserrückhaltebecken teuer gekommen seien. Gleichwohl habe man hier auf viele Rücklagen und Fördertöpfe zugreifen können und nur zwei Millionen Euro an Krediten (statt der geplanten vier) aufnehmen müssen.

Bürgermeister Häusler gewährte dann einen Ausblick auf kommende Projekte: In Riedering werde im Rahmen der Dorferneuerung der Gehweg neu gestaltet, der Salinweg ausgebaut und der Parkplatz am Kindergarten Moosen neu angelegt. Er hoffe, dass im Frühjahr der Satzungsbeschluss für den Supermarkt am südlichen Ortsrand Riederings erteilt werden kann. Der Ausbau Fichtenweg/Feldstraße, der Ausbau des Geh- und Radwegs zwischen Eckig und Neukirchen sowie der Kanal in Niedermoosen seien weitere große Maßnahmen in diesem Jahr. Der Neubau des in die Jahre gekommenen Hochwasserbehälters bei Pinswang garantiere Versorgungssicherheit. Mit Rimsting teile man sich die Kosten von 892000 Euro.

Wenige Fragen
von den Bürgern

In der abschließenden Fragerunde kam auch gleich eine Frage zur Trinkwasserversorgung. Dies sei, so Häusler, eine kommunale Pflichtaufgabe. Hier sei man mit dem Wasserversorger Huber im Gespräch. Er hoffe auf einen Vertragsabschluss und gemeindlichen Beschluss in einer der nächsten Sitzungen.

Eine weitere Frage aus dem Publikum drehte sich um die Parksituation in Söllhuben. Da werde, so die Klage, die viele im Saal mit Kopfnicken oder zustimmendem Gemurmel unterstützten, wild auf dem Gehweg oder in Nebenstraßen rund um den Gasthof Hirzinger geparkt. Häusler erklärte, dass es die ruhende und die fließende Verkehrsüberwachung gebe. Aber während Letztere mit Radarblitz spürbar sei, gebe es bei der Parkraumüberwachung wohl noch Nachholbedarf. Er werde der Sache „noch mal nachgehen“.

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