Politisches Déjà-vu in Bad Endorf

von Redaktion

In Bad Endorf erinnert die Kommunalwahl an die vor sechs Jahren. Bereits 2014 traten Alois Loferer (CSU) und Doris Laban (ABE) in der Stichwahl gegeneinander an. Im Gemeinderat hingegen ergeben sich künftig einige Änderungen: So gewinnen die Grünen zwei Sitze dazu.

Bad Endorf – Ein politisches Déjà-vu erlebten am Sonntagabend wohl auch die Grünen in Bad Endorf. Erst 2014 war ihnen der Einzug mit zwei Sitzen in den Gemeinderat gelungen. Wie vor sechs Jahren war Eduard Huber wieder als Bürgermeisterkandidat angetreten. Für die Stichwahl reichten 16,3 Prozent der Wählerstimmen nicht aus, den Einzug in den Gemeinderat schafften er und Züleyha Düzenli aber zum wiederholten Mal. Und: Die Grünen gewannen noch zwei weitere Sitze. Damit ziehen auch Magdalena Restle und Martin Both in das Kommunalparlament.

Regelrechter
Steilstart

Komplett neu aufgestellt haben sich die ÜWG und die EFL, die vor sechs Jahren jeweils noch mit eigener Liste antraten. Doch schon damals halbierten sich die Sitze im Gemeinderat. Während die ÜWG von sechs auf drei Sitze schrumpfte und die ELF von vier auf zwei, traten beide Partien zusammen mit den Freien Wählern mit einer gemeinsamen Liste an. Barbara Laböck, Dr. Maren Weigand und Helmut Fleidl sind die Abgeordneten, allesamt neue Gesichter, die die ÜWG/EFL/FW vertreten. Helmut Fleidl, der als Bürgermeisterkandidat der ÜWG/EFL/FW-Liste angetreten war, holte 6,6 Prozent. Die SPD wird so wie 2014 und 2008 auch drei Gemeinderäte stellen. Die Talfahrt der vergangenen Wahlen scheint zum Stillstand gekommen sein. Während die Sozialdemokraten 2002 noch 25,1 Prozent der Stimmen erhielten, stürzten sie 2008 auf 17 Prozent ab. Sechs Jahre später erreichten sie 15,1 Prozent. Dieses Ergebnis konnte die SPD nur in sehr geringem Umfang steigern und erreichte nun 15,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler.

Wenig personelle Veränderungen zu 2014 gibt es hingegen bei der CSU. Weiterhin bleiben die Christ-Sozialen mit sieben Sitzen im Bad Endorfer Gemeinderat vertreten. Auch in dieser Legislaturperiode sind Bürgermeisterkandidat Alois Loferer, Josef Moosbauer, Christof Schlaipfer, Gerhard Schloots sowie Franz Hierl dem Team der CSU-Fraktion in Bad Endorf erhalten. Moosburger hatte vor sechs Jahren einen regelrechten Steilstart hingelegt, damals katapultierte er sich von Listenplatz 20 auf Platz zwei. Neu kommen Sepp Forstner und Johann Webersberger.

Die ABE, die 2014 erstmals den Sprung in den Gemeinderat schaffte und nach der Stichwahl auch die Bürgermeisterin stellte, bleibt auch weiterhin mit drei Sitzen – wie 2014 auch schon – im Bad Endorfer Gemeinderat vertreten.

Schon vor sechs Jahren stellte sich Doris Laban in der Stichwahl Alois Loferer entgegen. Damals ging der erste Wahlgang noch mit 29,2 Prozent (Laban) zu 31,2 Prozent (Loferer) aus. In diesem Jahr holte die Amtsinhaberin 22,9 Prozent und Loferer konnte sich auf 37,7 Prozent der Wählerstimmen steigern. Im Gemeinderat sind die ABE-Abgeordneten Curt Wiebel und Dr. Horst Zeitler. Ob Doris Laban im Fall einer Niederlage in zwei Wochen ihren Sitz im Gemeinderat antritt, wird sich zeigen. Denn wie sie am Sonntag gegenüber unserer Zeitung sagte, sei der Wahlkampf „belastend“ für sie gewesen. Viel Wirbel gab es um die Entflechtung der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC), die der Gemeinderat nach intensiver Vorarbeit der Bürgermeisterin in der vergangenen Legislaturperiode beschlossen hatte. Doris Laban, die durch ihr Amt Mitglied im Aufsichtsrat der GWC ist, geriet mehrfach ins Kreuzfeuer der Grünen, der ÜWG und der EFL.

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