Bad Endorf – Die Corona-Krise trifft nicht nur Schulen, Kitas und die Wirtschaft, auch die Gemeinden sind am Rotieren, wie sie am besten für ihre Bürger da sein können. Bad Endorf ist da schon ziemlich weit. Bürgermeisterin Doris Laban: „Zusammenhalt und eine besonnene Vorgehensweise ist das, was jetzt zählt.“
Nach dem Ausrufen des Katastrophenfalles in Bayern durch die Staatsregierung berief Bürgermeisterin Doris Laban sofort eine Krisensitzung im Rathaus ein, um die Maßnahmen für die örtliche Ebene abzuleiten und ein Bürgertelefon einzurichten.
Zwar sei eigentlich das Landratsamt Vollzugsbehörde der angeordneten Maßnahmen, so Doris Laban, doch die Lebenslagen der Bad Endorferinnen und Bad Endorfer, insbesondere in den gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen, habe am besten die Gemeinde im Blick.
Um Einwohner und Beschäftigte des Marktes Bad Endorf vor einer Weiterverbreitung des Corona-Virus zu schützen, ist der Parteiverkehr im Rathaus mit Wirkung seit gestern, Mittwoch, eingeschränkt. Wer ins Rathaus hinein will beziehungsweise muss, muss telefonisch einen Termin vereinbaren. In diesem Fall werden die Besucher des Rathauses dann über eine Desinfektionsstation zum entsprechenden Büro begleitet.
Neue Anlaufstelle für Fragen der Bürger
Die Tourist-Info wurde umfunktioniert und übernimmt ab sofort den Betrieb eines Bürgertelefons unter der Nummer 08053/3008-50. Doris Laban und Geschäftsleiter Martin Mühlnickel betonen, dass die dortigen Kollegen bei den meisten Anliegen direkt weiterhelfen können. Zudem habe das Rathaus größere Mengen an Infomaterial und Broschüren an die Kollegen weitergegeben. Wesentliche Aufgabe des Bürgertelefons ist es, Fragen und Anliegen entgegen zu nehmen und gegebenenfalls Hilfe zu vermitteln. Am Bürgertelefon und auf der Homepage der Gemeinde gibt es auch Infos für Betriebe, wie sie am einfachsten und schnellsten an Soforthilfen kommen. „Das Bürgertelefon ist unser Wegweiser durch den Behördendschungel“, so Mühlnickel.
Im Bereich Soziales übernimmt der Seniorenbeauftragte des Marktes, Christoph Wunder, die Koordination von ehrenamtlichen Hilfsangeboten wie Einkaufshilfen, kleine hauswirtschaftliche Hilfen, Hunde-Spaziergänge und mehr. Wunder hat jahrzehntelange berufliche Erfahrungen bei der Koordination und Vermittlung von praktischen Hilfen und in anderen sozialen Angelegenheiten.
Die Bad Endorferinnen und Bad Endorfer oder auch Träger sozialer Hilfen, Wohlfahrtsverbände, örtliche Vereine, die anderen Menschen im Ort helfen wollen, die einen konkreten Beitrag leisten wollen, können sich ebenfalls bei Christoph Wunder unter Telefon 08053/1541 oder E-Mail soziales@bad-endorf.de melden.
Es gibt in jeder Gemeinde eine sogenannte „kritische Infrastruktur der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“. Dazu gehört natürlich die Feuerwehr, aber auch die Beschäftigten im Ordnungsamt, im Bauhof, im Einwohnermeldeamt oder in der Friedhofsverwaltung. Für die dazugehörenden Mitarbeiter im Rathaus gelten, so Mühlnickel, die allgemeinen Rathausregelungen.
Die Feuerwehren haben den Übungsbetrieb und die Fortbildung auf Landkreis- und Landesebene eingestellt, bündeln ihre Kräfte für eventuelle Einsätze im Ort. Wer den Frauen und Männern der Wehren einen Kuchen zur Stärkung vorbei bringen will, steht vor verschlossener Tür: Nur noch die aktiven Wehrler dürfen die Gerätehäuser betreten. Zwischen den Feuerwehren und dem Roten Kreuz erfolgt laut Doris Laban eine engmaschige Abstimmung.
In allen Gebäuden der Gemeinde – Mehrzweckhalle, Gerätehäuser, Schulen, Kitas, Vereinsheime – sind bis zum Abebben der Corona-Krise Schafkopf- oder andere private Runden untersagt.
Neueste Informationen auf der Gemeindeseite
Der Markt Bad Endorf veröffentlicht alle zur Verfügung stehenden aktuellen Informationen auf der Homepage des Marktes unter der Rubrik „Infos zur Corona-Krise“, www.bad-endorf.de/de/buerger-rathaus/infos-zur-corona-krise.
„Die kommenden Wochen stellen die Gemeinden vor besondere Herausforderungen“, betont Bürgermeisterin Doris Laban. Die Vorbereitung der Stichwahlen durchgehend als Briefwahl, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus und die Nachbereitung der Gemeinde- und Landkreiswahlen vom 15 März kommen zum normalen Berufsalltag hinzu. „Wir unternehmen alles, um die Bad Endorferinnen und Bad Endorfer während der Corona-Krise so weit es in unserer Macht steht zu unterstützen.“ Sylvia Hampel/re