„Im Geiste verbunden bleiben“

von Redaktion

Pfarrverbände rufen zum gemeinsamen Gebet beim mittäglichen Glockenläuten auf

BadEndorf/Prutting/Vogtareuth/Stephanskirchen – Jeden Tag läuten in den Gemeinden um 12 Uhr die Glocken. Soweit ist das nichts Besonderes. Aber in Zeiten, in denen wegen des Coronavirus die Gottesdienste in den Kirchen ausfallen müssen, bekommen sie laut Ursula Stacheder, Gemeindereferentin des Pfarrverbandes Bad Endorf, neue Bedeutung.

„Wir rufen dazu auf, um 12 Uhr kurz innezuhalten und entweder zu beten oder einfach gute Gedanken ‚auszusenden’.“ So sei ein gemeinsamer Gottesdienst auch aus der Entfernung möglich. „Es sollen auch nicht nur gläubige Menschen, die sonst in die Kirche gehen, mitmachen, sondern alle anderen auch“, bekräftigt Stacheder. „Positive Gedanken kann jeder schicken“, ist sie überzeugt.

Nicht nur in Bad Endorf, sondern auch im Pfarrverband Prutting-Vogtareuth fordert man die Bürger zum gemeinsamen Beten zur Mittagszeit auf. „Damit wir im Geiste miteinander verbunden bleiben im Pfarrverband“, meint Gemeindereferentin Katharina Hauer. „Den Menschen fehlt der Gottesdienst, aber durch das gemeinsame Gebet bleiben sie in Kontakt, was auch immer geschieht.“

Die Idee dahinter sei eine ökumenische Gemeinschaftsaktion. Die Glocken der evangelischen Kirchen im Pfarrverband Bad Endorf hätten bisher um 12 Uhr nicht geläutet, doch jetzt ertönen auch von ihnen Klänge.

Ebenso in Stephanskirchen an der evangelischen Heilig-Geist-Kirche. Diese ist zudem täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet – zum stillen Gebet, zum Innehalten, Ruhe finden oder Kraftschöpfen. Und wer will, kann eine Kerze anzünden, was in evangelischen Kirchen sonst eher nicht üblich ist.

Der Zusammenhalt in den Kirchengemeinden ist überhaupt groß. Viele Pfarrgemeinden bieten Einkaufs- und andere Hilfsdienste an. „Bürger über 80 Jahre bekommen von uns eine Postkarte mit aufmunternden Worten. Auf ihr steht auch, dass sie sich bei uns jederzeit melden können.“ Viele ältere Menschen wären oft einsam. „Die Karte soll ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind“, so Stacheder.

Licht einer Kerze als
mentale Verbindung

Der Pfarrverband Endorf lädt zudem alle Bürger dazu ein, jeden Abend um 20 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen, um „aneinander zu denken und Segen für die Nacht zu erbitten“. Das Licht einer Kerze sei so positiv, betonen die Seelsorger, wenn das alle in der Nachbarschaft machen, enstehe eine besondere mentale Verbindung.“

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