82MillionenMasken für Deutschland

von Redaktion

Tierärztin Dr. Anne Becher aus Riedering ruft Aktion „#nähmit“ ins Leben

Riedering – Die Hilfsbereitschaft ist aller Orten groß. Doch wie kann geholfen werden, fragen sich derzeit viele. Dr. Anne Becher hat letztes Wochenende die Aktion „#nähmit – 82 Millionen Masken für Deutschland“ angeregt und bittet nun alle, die ein wenig mit der Nähmaschine umgehen können, diese einfachen Gesichtsmasken aus Stoff zu nähen.

Unbemerkte
Weitergabe

Die Tierärztin hat sich viele Gedanken gemacht, wie die Infektion mit dem Coronavirus reduziert werden kann. Schließlich wissen viele gar nicht, dass sie den Virus tragen und geben dieses unbemerkt an andere weiter. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass infizierte Personen bereits zweieinhalb Tage, bevor sich Symptome zeigen, Viren ausscheiden und sie somit das Coronavirus unbemerkt weitergeben können.

Ein Podcast eines Virologen von der Berliner Charité habe sie auf die Idee der „Nähmit“-Aktion gebracht. Er meint, dass die Neuinfektionen wesentlich reduziert werden könnten, wenn alle waschbare Stoffmasken trügen. Anleitungen für Stoffmasken sind im Internet mehrfach zu finden und selbst ungeübte Schneider können diese mit wenig Aufwand herstellen.

Das Ziel, 82 Millionen Stoffmasken für Deutschland, ist natürlich groß. Erst vor wenigen Tagen hat die engagierte Tierärztin ihre Aktion mit „Riedering#nähmit“ ergänzt. Ganz wesentlich ist, dass niemand in den medizinischen Berufen angesteckt werde und somit Pflegepersonal, Geschäfte, Apotheken und Arztpraxen weiterhin für alle da sind. „Bei Riedering#nähmit geht es darum, so viele waschbare Stoffmasken selbst zu nähen und zu tragen, dass wir in unserer Gemeinde den Infektionsdruck senken. So schützen wir beim Einkaufen die Mitarbeiter in unseren Lebensmittelgeschäften, der Apotheke und natürlich uns gegenseitig“, erklärt sie. In Riedering werden bereits fleißig Stoffmasken genäht. Anleitungen hierfür gibt es auf der Homepage der Gemeinde.

Zusammenschluss
von Gemeinden

Sehr wünschenswert wäre, wenn auch in anderen Gemeinden Stoffmasken genäht werden und Riedering als Beispiel dienen könnte, betont Becher. Zunächst sollte die eigene Familie versorgt werden. Weitere Masken können in Apotheken, Geschäften, Arztpraxen, Altenheimen abgegeben werden. In Riedering wurde für die gespendeten Stoffmasken eine Sammelstelle bei „Irmi‘s Hoamat“ eingerichtet.

Das Nähen der Stoffmasken ist denkbar einfach. Wichtig ist, einen kochbaren Baumwollstoff zu verwenden. Drei Falten im Mundstück bieten eine gute Passform. Im oberen Bereich der Maske soll ein Draht eingenäht werden, damit die Maske gut am Nasenrücken abschließt. Zur Befestigung können Bänder aber auch Hosengummis verwendet werden. Die Stoffmasken sollten beim Einkaufen und beim Arztbesuch getragen werden. Wichtig: Waschen bei mindestens 60 Grad und Trocknen der Stoffmasken nach dem Tragen. Die selbst genähten Masken haben einen weiteren Vorteil: sie sind schön und abwechslungsreich. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So können diese Stoffmasken auch zum individuellen Hingucker werden – und nehmen dem Virus durch bunte Farben etwas den Schrecken.

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