Statt Teppichen jetzt Schutzmasken

von Redaktion

Schafwollspinnerei Höfer in Litzldorf näht Tag und Nacht – Erste Lieferung ans THW

Litzldorf – Matthias Höfer hat nicht lange gefackelt, als im Zuge der Corona-Pandemie klar wurde, dass es an Schutzausrüstungen mangelt.

Er hat den Betrieb in seiner Schafwollspinnerei in Litzldorf komplett umgestellt: Wo sonst Teppiche, Janker, Socken und Decken produziert werden, werden nun rund um die Uhr Staubschutzmasken hergestellt, und nichts anderes mehr. Aus drei Millimeter dickem, hochwertigem Schafwollfilz – der Rohstoff kommt von Tieren aus der Region – genäht, mit Baumwollstoff unterlegt und Gummiband versehen, reichen sie von der Nasenpartie bis unters Kinn und schließen dicht ab. Ziel ist es, so Höfer, Tröpfchenübertragung damit zu vermeiden.

Tag und Nacht am
Prototyp gearbeitet

Tag und Nacht saß Matthias Höfer (35) mit Nadel und Faden in seiner Spinnerei und hat den Prototyp entwickelt, geschlafen hat er kaum. Dann ging es los. „Wir haben weitere Nähmaschinen angeschafft und stellen im Moment rund 150 bis 180 Masken pro Tag her“, sagt der Litzldorfer.

Bei einer österreichischen Firma ließ er eine Stanzform anfertigen, damit die Modelle nicht mit der Schere ausgeschnitten werden müssen. Denn trotz moderner Hilfsmittel ist der Prozess „unbandig aufwendig“, wie Seniorchef Hans Höfer bestätigt.

Die ersten 1000 Masken hat Matthias Höfer verschenkt: Sie wurden in ein Sammellager des THW gebracht und unmittelbar an medizinische Einrichtungen mit dringendem Bedarf weitergeleitet. Und auch jetzt werden ihm die Masken, egal wo er hinkommt, regelrecht aus den Händen gerissen.

Zehn Näherinnen sind aktuell in der Produktion beschäftigt, etliche von ihnen auch von zu Hause aus. „So können wir unsere Leute weiterbeschäftigen, das ist uns auch sehr wichtig“, betont Höfer. „Die Staubschutzmaske lässt sich in der Waschmaschine mit Wollwaschprogramm waschen. Zur Desinfektion ist sie bei 100 Grad Celsius auskochbar. Möglich ist auch eine Behandlung mit Dampf zur Herstellung der Keimfreiheit. Damit ist diese persönliche Schutzausrüstung jederzeit und mehrmals wiederverwendbar“, so Höfer.

Seit sich die Produktion herumgesprochen hat, können sich die Höfers vor Aufträgen kaum noch retten. „Alle legen sich bei uns mordsmäßig ins Zeug“, sagen sie und versuchen, die Kapazitäten auszubauen.

Eines sei ihnen dabei wichtig: „Uns geht es keinesfalls darum, in der Krise einen großen Profit zu machen. Wir wollen – wenn die Krise vorbei ist – sagen können, dass wir unseren Beitrag zur Hilfe geleistet haben.

Vor allem aber ist es uns auch weiterhin wichtig, besonders Bedürftigen auch weiterhin Masken kostenlos zukommen zu lassen.“

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