Höslwang – „Habts eich ned a so, i bi doch jetzad bei ihr.“ Diesen Trost hätte Willi Eitel, den meisten in der Region wohl besser als Sunshine-Willi bekannt, für all jene parat, die um ihn trauern. Im Alter von 69 Jahren ist der Musiker jetzt verstorben.
Denn den Tod seiner Frau Margarete, die 2009 an Krebs starb, hat das musikalische Allround-Talent nie verwunden und lange Zeit war, wie er einmal gestand, dem Wunsch „ihr einfach nachzugehen“, nur schwer zu widerstehen.
Das war wohl wirklich die dunkelste Zeit im Leben von Sunshine-Willi. Er, der Inhaber einer Musikschule, der davor im heimischen Höslwang und weit darüber hinaus wie ein bunter Hund bekannt gewesen war, fühlte sich verlassen. Gerettet hat ihn damals das Angebot seines Freundes Ronny Tippelt, zu ihm nach Texas zu kommen. Ronny Tippelt hat dort in dem kleinen Dorf Walburg ein „Bayerisches Wirtshaus“. Er könnte dringend Hilfe gebrauchen. Fünf Jahre nach dem Tod seiner Frau folgte Willi Eitel schließlich dem Ruf, was in der Folge für ihn ein großer Segen war.
Schon bald war Sunshine-Willi aber ganz in Texas angekommen und hatte dabei ganz offenbar auch zu seinem einstigen Ich zurückgefunden: Er wurde dort wirklich gebraucht und das nicht nur als genialer Musiker. Sein Freund Ronny Tippelt brachte es auf den Punkt: „Organisieren ist dem Willi sein Ding.“ Weihnachtsfeste, Ausbau des Biergartens, Maitanz um den eigenen Maibaum – alles „events“, die Sunshine- Willi einführte. Doch daneben wurde er auch gemocht. „Ich hab dort von Anfang an dazugehört.“ Deutschland hat Willi danach nur noch einmal im Jahr besucht, durchaus gerne zwar, denn wie er einmal sagte: „Mir lebm hier scho in oam der schönsten Fleckal der Welt. Alloa der Blick vom Chiemsee in d‘ Berg nei – des is einfach a Traum.“ Und immer, wenn er da war, hat er auch mit alten und neu gewonnenen Freunden musiziert – im kleinen, manchmal größeren Kreis und oft improvisiert. Aber zur neuen Heimat war ihm doch Texas geworden und mit der Zeit hatte sich auch das Gedenken an seine Frau verändert.
Die Trauer war einer Verbundenheit gewichen, und an Tagen, so erzählte er einmal, wenn zu viele Erinnerungen hochkamen, war es, als hörte er sie sagen: „Geh Willi, des packst doch no amoi.“ Im Familiengrab in Höslwang fand er jetzt seine letzte Ruhestätte.jt