Pilspub-Wirtin wird zur Fastenleiterin

von Redaktion

Elfie Huber aus Bad Endorf setzt während der Corona-Krise auf die Heilkräfte in der Natur

Bad Endorf – Seit das Corona-Virus sein Unwesen treibt, steht die Welt Kopf. Viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bleiben da im Moment nicht. Eine, die die momentane Stille zu schätzen weiß, ist Elfie Huber aus Bad Endorf.

Krise ist auch
eine Chance

Im Gespräch mit den OVB- Heimatzeitungen gibt sie Einblick in ihre gesunde Alltagsroutine nach den fünf Elementen von Sebastian Kneipp. Die 59-Jährige ist ausgebildete Fastenleiterin und Mitglied im Kneipp-Verein. Ihr ist es ein Anliegen den Menschen zu sagen: Die Krise sei auch eine Chance, sich mehr der Natur und deren Heilkräfte zuzuwenden. 

Es ist noch gar nicht so lange her, da führte Elfie Huber ein anderes Leben. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie von 2008 bis 2018 das Pilspub „Holzwurm“ in Bad Endorf. Es sei ein gemütliches Abendlokal gewesen, erzählt die 59-Jährige. Mit netten Stammgästen. Aber nach einigen Jahren hatte Huber mit privaten Problemen zu kämpfen. Energielosigkeit und depressive Stimmungen sowie Probleme mit Wechseljahren machten sich bemerkbar, schildert die 59-Jährige. Grund für Huber, sich mal eine Auszeit zu gönnen.

Die Wende kam 2014: Im Frühjahr wanderte sie alleine auf dem berühmten Jakobsweg „Camino de Frances“. Dort habe sie so etwas „wie eine kleine Erleuchtung“ gefunden. Kurz darauf machte sie in einem Kloster ihre erste Heilfastenerfahrung. „Ich verspürte danach ein für mich bis dahin nicht gekanntes Lebensgefühl.“ Sie verlor an Gewicht, spürte mehr Energie in sich und auch die Wechseljahr-Beschwerden waren „so gut wie verflogen“.  Daraus ergab sich für die Bad Endorferin die Erkenntnis: „Meine Tätigkeiten als Wirtin passen nicht mehr in mein neues Leben.“ Sie habe immer mehr den Wunsch verspürt, sich im Bereich Gesundheit und positive Lebensweise zu verwirklichen.

Im Mai 2018 dann der radikale Entschluss: die Schließung ihres Lokals. Von da an begann für Huber ein neues Leben. Nach mehreren Heilfastenerfahrungen machte sie in Bad Wörishofen eine Ausbildung als Fastenlehrerin sowie im Mai 2019 einen Übungsleiterschein für „Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen“ an der Paracelsus Heilpraktikerschule in Rosenheim. Durch all diese Fortbildungen hat sie eine Menge Wissen rund ums Fasten, gesunder Ernährung gesammelt.

„Besonders jetzt in der Corona-Krise ist es wichtig, die Abwehr- und Selbstheilungskräfte, die in jedem Menschen vorhanden sind, zu stärken“, sagt Huber. Und dabei können die fünf Kneippschen Elemente helfen: Wasser, Kräuter, Ernährung, Bewegung und Lebensordnung.

Ein Appell an die
Selbstheilungskräfte

 Es gebe zahlreiche Wasseranwendungen. Von Wechselduschen, Wassertreten, Wickel oder Güssen (heiß kalt oder auch wechselnd).  Das Wasser wirke heilsam und vor allem auch vorbeugend auf das Immunsystem, erklärt Huber und verweist auf die Gesundheitstipps auf der Homepage des Kneippbundes (www.kneippbund.de). Auch zum Thema Kräuter werde man dort fündig, erklärt die ehemalige Wirtin. Besonders jetzt im Frühjahr, würden Kräuter quasi vor der Haustüre wachsen. Frisch gepflückt oder getrocknet eignen sie sich hervorragend für Tees, Umschläge oder Wickel, meint Huber.

Elfie Huber achtet vor allem auch auf ihre Ernährung: „In der Karwoche habe ich sieben Tage nach der Buchinger-Methode gefastet“, schildert Huber. Für sie sei Fasten ein „ganzheitlicher Vorgang, bei dem jede einzelne Körperzelle, die Seele und der Geist es Menschen“ einbezogen werden. Dies sei der stärkste Appell an die Selbstheilungskräfte des Körpers. Das Fasten wirke verjüngend und regenerierend. Aber, rät Huber: Wer damit noch keine Erfahrungen gemacht hat, sollte dies nicht auf eigene Faust versuchen.

„Meine erste Fastenerfahrung habe ich unter fachmännischer Betreuung in einem Kloster gemacht.“ Sie habe dies als Chance für einen Einstieg in eine neue, gesündere Ernährungs- und Lebensweise gesehen. Zudem schwört die Fastenleiterin auf selbstgemachte Säfte: Ob Kräuter, Gemüse oder Obst – bei ihr kommt alles, was gesund ist, in den Entsafter. Ihr Lieblingsgetränk: ein frisch gepresster Apfel-Karotten-Saft. Aber auch grüne Säfte, etwa mit Spinat angereichert, seien sehr gesund und würden Körper mit wichtigen Vital- und Mineralstoffen versorgen.

Freude am
Vogelgesang

Auch Bewegung integriert Huber in ihren Alltag: Sie nutze die Krise, um Energie zu tanken und  unternehme kleine Wanderungen rund um Bad Endorf und erfreue sich am Vogelgesang. Die Luft sei noch nie so klar gewesen wie jetzt, schildert die 59-Jährige: Denn jetzt kann die Natur endlich einmal wieder durchatmen. Keine Kondensstreifen am Himmel, weniger Straßenlärm. Und wie Elfie Huber findet: Das tut so richtig gut.  „Diese Zeit wird so schnell nicht mehr kommen“, meint Huber. Deshalb sollte man die jetzige Ruhe ausnutzen und sich an zwitschernden Vögeln und bunten Blumen erfreuen.

Das fünfte Element in der Kneippschen Gesundheitslehre beziehe sich auf die Lebensordnung, sagt Elfriede Huber: „Ich nutze die freie Zeit während der Krise dafür, über mich und mein Leben nachzudenken, neue Ideen zu sammeln oder Talente wiederzuentdecken.“ Manchmal helfe es auch einfach, zur Lieblingsmusik im Wohnzimmer zu tanzen, erzählt Huber begeistert.

Tipps, keine
Missionierung

 Elfriede Huber sei es ein Anliegen, ihr Wissen mit anderen zu teilen. „Ich bin keine Medizinerin“, stellt sie klar. Auch möchte sie nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Gegend laufen und Leute missionieren. Sie möchte vielmehr wertvolle Tipps geben – für Leute, die sich in der Krise alleine gelassen fühlen oder neue Impulse und Anregungen suchen.

Wer mehr zum Thema Heilfasten oder gesunde Ernährung erfahren möchte, kann sich bei Elfie Huber unter der E-Mail-Adresse ehuber.info@gmx.de melden. Die Fastenleiterin ist gerne bereit, kostenlose Tipps zu geben.

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