Stephanskirchen – 105 Einsätze hatte die Feuerwehr Schloßberg im vergangenen Jahr. Die Rekordzahl unterteilt sich laut stellvertretendem Kommandant Mirko Hentsche in 29 Brandeinsätze, 58 technische Hilfeleistungen, 13 Fehlalarmierungen, eine Sicherheitswache und vier sonstige Tätigkeiten. Dabei wurden 1585 Einsatzstunden geleistet. Ein guter Teil davon beim Schneeräumen in Aschau.
Neben Bränden und Katastrophenhilfe gab es aber auch kuriose Einsätze wie den eingeklemmten Finger, der dann doch rausflutschte, als die Wehr mit schweren Gerät unterwegs war. Oder die verschwundenen Geretteten: Die Bewohner einer Schildkrötenauffangstation in Schloßberg hatten sich ganz tief eingegraben, als die Feuerwehr in ihrem Winterquartier einen Schwelbrand löschte.
Nach einem einsatzreichen 2019, das am 31. Dezember nach 22 Uhr für die Feuerwehr endete, ließ der erste Einsatz im Jahr 2020 nicht lange auf sich warten: Am 3. Januar hieß es ausrücken zu einem Kellerbrand in Baierbach, die Kollegen aus Stephanskirchen bei den Löscharbeiten unterstützen.
Ein anderes Szenario bot sich dann zwei Wochen später beim Brand einer Schreinerei in Persdorf im Gemeindegebiet Riedering. Hier waren die Schloßberger an den Löscharbeiten mit Drehleiter und dem Tanklöschfahrzeug beteiligt. „Ein großer Brandeinsatz erfordert normalerweise schon einen hohen Kraftaufwand der Truppe. Zudem kam es aber, kurz nachdem mit den Löscharbeiten in Persdorf begonnen wurde, zu einem Kellerbrand in Gehering“, so Hentsche. Zwei große Einsätze parallel und dazu waren just an dem Wochenende sechs der aktivsten Einsatzkräfte, inklusive Kommandant, auf einer Exkursion in Berlin.
Seit Januar hat die Feuerwehr Schloßberg einen frisch an der Feuerwehrschule in Geretsried ausgebildeten neuen Gerätewart. Ein weiterer Drehleitermaschinist absolvierte die Schule in Regensburg. Und die ganze Truppe bildete sich unter anderem in Erster Hilfe fort.
Der Februar war relativ ruhig, so Hentsche, begann allerdings gleich mit dem Brand einer Maschinenhalle in Achenmühle, wohin neben Drehleiter und Tanklöschfahrzeug auch drei Trupps mit Atemschutz ausrückten.
Und dann kam Corona. Der Lehrgang für drei angehende Atemschutzgeräteträger wurde unterbrochen. Alle Übungen vor Ort mussten ebenfalls gestrichen werden. Aber Feuerwehrleute sind findig: Wissen kann ja auch theoretisch weitergegeben werden, im „Dienstags-Online-Meeting“. In der zweiten Woche saßen schon 24 Übungsteilnehmer vor den Bildschirmen und lernten. Einsätze gab es auch, zum Beispiel ein Brand in einem Schrebergarten, aber aufgrund des Corona-Stillstands waren die weniger häufig und weniger spektakulär als sonst oft. Sylvia Hampel