Obing – Eigentlich hätte das „Zamhoidn“-Festival am Obinger See im Chiemgau diesen Sommer bereits zum zweiten Mal stattfinden sollen. Doch wie bei so vielen kulturellen Veranstaltungen kann auch das regionale Familien-Event durch die Sicherheitsmaßnahmen, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus getroffen wurden, heuer nicht stattfinden. Die ehrenamtliche Crew des „Zamhoidn“ lässt sich davon nicht entmutigen. Das Festival wird kurzerhand auf den Sommer 2021 verschoben und die verbleibende Zeit wird sinnvoll genutzt: Mit einer Crowdfunding-Kampagne wollen die Organisatoren bereits jetzt die Finanzierung des gemeinnützigen Festivals sichern. Ein Festival, das von Jugendlichen für Jugendliche und Familien organisiert wird. Eine erfolgreiche Premiere feierte das „Zamhoidn“ im Jahr 2018. Der Name des Festivals war schon damals Programm: Der ganze Tag steht im Zeichen gemeinsamer Erlebnisse, generationsübergreifender Begegnungen und der Förderung einer regionalen Gemeinschaft.
Ins Leben gerufen wurde das Konzept von Basti Wörndl und Lukas Schuster. Als Lukas 2017 nach einem Radlunfall einige Zeit in Reha verbrachte, suchte er nach Wegen diese Zeit sinnvoll zu nutzen. „Kumpel Basti kam zu Besuch und es dauerte nicht lange bis wir zwei als eingefleischte Festival-Fans und dem Chiemgau sehr verbundene Burschen auf die Idee kamen, ein eigenes Fest auf die Beine zu stellen“, beschreibt Lukas die Gründungsphase.
Das „JUZ_Obing City“ ist der Dreh-und Angelpunkt der Festivalorganisation. Die Teenager sind dabei ein fester Bestandteil des Organisationsteams. Mittlerweile gehören zur „Zamhoidn“-Familie auch viele Freunde, Partner und Firmen aus dem ganzen Chiemgau.
Der Sound 2021
steht schon
Das Line-up für die geplante Veranstaltung im kommenden Jahr bringt von entspannten Gitarrenklängen, über Hip-Hop-Beats bis hin zu tanzbarem Rock ’n’ Roll und Ska alles mit. Headliner sind Roger Rekless und Pam Pam Ida, sie teilen sich die Bühne mit Kasita Kanto, Zwoa Bier, Sweetlemon, Cock Dylan und Jakob Linner. Jeder dieser Acts hat eine Verbindung zur Region und feiert mit der Live-Show beim „Zamhoidn“ quasi ein Heimspiel.
Workshops –
SUP bis Pumptrack
Außerdem ist Mitmachen angesagt: Eine flowige Runde mit dem Skateboard über den Pumptrack, ein mutiger Balanceakt auf der Slackline, hoch hinaus beim geführten Baumklettern, kreativ ausleben beim Armbänderknüpfen oder mit dem SUP raus auf’s Wasser.
Essen und Getränke werden von freiwilligen, backenden Eltern und Großeltern sowie Gastronomen der Region zur Verfügung gestellt. Bereits gekaufte Materialien vom Festival 2018 werden größtenteils wiederverwendet und in Upcycling Workshops gilt „aus alt mach neu“. „Mit eurer Spende können wir weitere Ideen für ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept verwirklichen, wie komplett auf Plastik zu verzichten“, so die Veranstalter.
Die Organisation liegt in den Händen der Jugendlichen der Gemeinde Obing. Sie sollen dadurch die Freude an Planung, Organisation und Umsetzung sowie das Gefühl von Verantwortung und Meinungsfreiheit erleben. „Diese Ausrichtung macht das ,Zamhoidn‘ einzigartig“, sind sich Basti und Lukas sicher und beteuern: „Dabei sind und bleiben wir 100-prozentig gemeinnützig.“
Mit Spenden soll die gesamte Festival-Organisation und -Durchführung unterstützt werden. „Zudem wollen wir Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien und Menschen mit Handicap freien Eintritt zum Festival ermöglichen“, so die Veranstalter.
Jeder Cent, der am Ende übrig bleibt, gehe direkt in die Kinder- und Jugendarbeit der Region. Hierzu gehört der Jugendverein der Wasserwacht in Obing und die Dirndlschaft in Obing. Eine weitere Spende würde an den Integrationskindergarten „Kinderstadl e.V.“ gehen, „mit der wir ein gemeinsames Projekt starten wollen: Ein eigenes Biotop im Garten“, verrät Basti.
Je nach Höhe des Erlöses sollen auch die Hauptorganisatoren vom JUZ_Obing City mit einer Ferienfreizeit belohnt werden.
Ein großer Traum der Skateboard-, Skooter- und BMX-Fahrer wäre außerdem ein eigener kleiner Skatepark in Obing.