Stephanskirchen – Was ist eigentlich eine Corona-Krise? Und warum darf ich meine Freunde nicht sehen? Gerade für Kinder sei die derzeitige Situation nicht einfach, erklärt Andrea Zausinger-Hahn, Leiterin des Pfarrkindergartens „Bärenstube“ in Stephanskirchen.
Um die Kinder während dieser Zeit zu unterstützen und zu unterhalten, haben sie und ihre Mitarbeiter viele kreative Ideen zusammengetragen und per Mail an die Eltern verschickt. Das Angebot reicht vom Kasperltheater per Video über Bilderbuch-Geschichten im Kamishibai (eine Art japanisches Papiertheater) bis hin zu Bastelanleitungen.
Per Mail mit Eltern
der Kinder in Kontakt
Noch vor der Corona-Krise wurde der Elternbrief in Papierform abgeschafft, erzählt Zausinger-Hahn. Fortan werden die Eltern per Mail über die Geschehnisse im Kindergarten informiert. Dadurch habe man nun den Vorteil, auch während der Corona-Krise mit den Kindern in Kontakt bleiben und Bildergeschichten oder Bastelideen verschicken zu können.
Von den rund 90 Kindern seien aufgrund der Notbetreuung aktuell sieben bis neun Kinder im Haus. Der Rest sei zu Hause bei den Eltern. Die erste Zeit, in der der Pfarrkindergarten praktisch leer stand, nutzten die Mitarbeiter, um die Räume auf Vordermann zu bringen oder Elterngespräche am Telefon zu führen, schildert die Leiterin. Irgendwann wurde dann ein Großteil des Teams ins Homeoffice geschickt. Und dann standen sie vor der Herausforderung: „Wie bringen wir uns jetzt ein?“ Von da an wurde versucht, möglichst viele kreative Einfälle zu sammeln, um die Kinder und ihre Eltern – oft selber von zu Hause aus arbeitend – mit Ideen gegen die Langeweile zu versorgen. So wurde zum Beispiel ein kleines Journal mit Bastelideen und Liedtexten entworfen.
„Die Rückmeldungen der Eltern waren allesamt total positiv“, schwärmt Zausinger-Hahn. Eine originelle Idee hatte Erzieherin Gertraud Eisner: ein gefilmtes Kasperltheater, das per Mail an die Eltern verschickt wird.
Wie geht es den Kindern mit der Corona-Situation und was beschäftigt sie im Moment? All diese Fragen wollte Eisner ge- und erklärt wissen und dachte sich: Warum nicht ein Kasperl-Theater kreieren, welches kindgerecht auf die Situation eingeht? Seither begleitet der Kasperl die Kinder durch die Corona-Krise.
Im ersten Stück wollte der Kasperl wissen, was die Kinder während der Corona-Krise mit ihren Eltern alles erlebt haben und forderte sie auf, ein Bild davon zu malen und in den Briefkasten des Pfarrkindergartens zu werfen.
„Mittlerweile haben wir im Kindergarten eine ganze Pinnwand voll mit Bildern“, erzählt Gertraud Eisner begeistert. Kasperltheater-Stücke zu schreiben und aufzuführen sei schon immer ihr Hobby gewesen: „Ich mache das auch für meine Nichten“, sagt Eisner. Aus diesem Grund sei sie zu Hause auch bestens ausgestattet – mit einer kleinen Kasperlbühne und verschiedenen Spielfiguren. Requisiten und sonstiges Material, was sie für ihre selbst geschriebenen Stücke benötige, bastle sie selbst. So zum Beispiel auch einen Mundschutz.
Auch der Kasperl
schützt sich
Denn in einem der Stücke trägt der Kasperl eine Gesichtsmaske. Damit will Eisner den Kindern zeigen: Auch der Kasperl schützt sich vor Corona und trägt im Alltag Masken oder desinfiziert sich die Hände.
Außerdem holt der Kasperl Semmeln für die Großmutter oder aus der Apotheke Medikamente für die Hexe. Geschichten zu erfinden, fällt der Erzieherin nicht schwer: „Die Ideen kommen einfach.“
Andrea Zausinger-Hahn ist stolz auf das Engagement ihrer Mitarbeiterinnen. „Der Zusammenhalt im Team beeindruckt mich.“