Bad Feilnbach – Die Erleichterungen der Ausgangsbeschränkungen in Folge der Corona-Pandemie kommen auch bei den Almwirtschaften in der Region von Bad Feilnbach an. Sowohl die Wirtsalm im oberen Jenbachtal als auch die Tregler Alm dürfen ab dem kommenden Montag, 18. Mai, vorerst ihre Außenbereiche für ihre Gäste wieder öffnen. Eine Woche später, ab dem 25. Mai, ist unter Einhaltung der Sicherheitsauflagen auch in den Innenbereichen Bewirtungsbetrieb möglich.
Jenbachtal-Parkplatz
voll belegt
„Schauen wir, wie es wird“, meinte Hans Kolb, Inhaber der Wirtsalm, in einem Telefongespräch, auch angesichts der enormen Anzahl der Wochenendtouristen am vergangenen Samstag und gestrigen Sonntag. Begünstigt durch herrliche äußere Bedingungen vor allem am Samstag füllten die Ausflügler den unteren
Jenbachtal-Parkplatz und zogen, teilweise die Abstandsregelungen außer Acht lassend, in Richtung Wendelstein.
Die Sperrung des unteren Jenbachtal-Parkplatzes hatte die Gemeinde wieder aufgehoben, da die Ausflügler in den vergangenen Wochen zu unkontrolliert an den Straßenränder in den Dörfern geparkt hatten. Uneinsichtige, überwiegend aus dem Münchner Raum anreisende Wanderer pflegten auch am Wochenende wieder die Unsitte, ihre Fahrzeuge auf Privatgelände des Weilers Hausstatt abzustellen, um dann die Farrenpoint und das linksseitige Jenbachtal anzusteuern.
Über eine früher als ursprünglich geplante Lockerung der Ausgangsbeschränkungen zugunsten ihrer Tregler Alm (951 Meter) freuen sich aber nun auch Tanja und Markus Millauer. Während der Einschränkung mit Schließung aller Gaststätten und Wirtschaften nutzte das Wirtsehepaar die Gelegenheit, einige Umbauarbeiten vorzunehmen sowie den Biergarten und die Gasträume zu verschönern. Hier sind noch einige Arbeiten und Handgriffe erforderlich, um den Außenbereich zu pflastern und einem neuen Brunnen die rechte Form zu verpassen.
Mit Blick auf die Wiedereröffnung gaben sich die beiden optimistisch. Auch auf die Frage nach dem derzeitigen Verhalten von Wanderern und Radfahrern im Umfeld der Alm zeigten sie sich weitgehend zufrieden, nachdem dort zu Beginn der Ausgangssperre noch ein Riesenansturm ohne Rücksicht auf jegliche Regelungen für Ärger gesorgt hatte (wir berichteten).
Viele Ausflügler, darunter auch Familien, hielten sich nun in vorbildlichen Abständen am Rande der traditionsreichen Almwirtschaft auf. Allerdings gebe es nach wie vor schwarze Schafe und undisziplinierte Zeitgenossen, deren Arroganz die engagierte Wirtin Tanja und ihren Ehemann Markus zur Weißglut bringen. Etwa Radfahrer aus der bayerischen Landeshauptstadt oder deren Umfeld, die ohne Rücksicht ihre Gefährte abseits der vorgegebenen Wege über Wiesen steuern, oder Wanderer, die sich in Gruppen ungeschützt unmittelbar im Bereich der Almwirtschaft aufhielten und auch die Entsorgung von Müll als Hinterlassenschaften den Wirten überließen.
Herausfordernd für Hans Kolb sowie Tanja und Markus Millauer ist momentan die Gestaltung ihrer Freiflächen mit Biertischen und Bänken in Bezug auf die Gewährleistung der gebotenen Abstandsregelungen. Demnach reduzieren sich das Platzangebot und auch der gewohnte Gaststättenbetrieb auf ein Mindestmaß. Vorkehrungen habe man in Bezug auf Hygiene und Desinfektion in den Toiletten bereits getroffen.
Einig sind sich beide Betreiber der Almwirtschaften: „Das gemeinschaftliche Beisammensein auf den Almwirtschaften kann nur gelingen, wenn sich jeder einzelne Besucher an die derzeit geltenden Regeln hält. Das Corona-Virus schreibt seine eigene unberechenbare Regel. Die gewonnene Freiheit, wenn auch mit Einschränkungen verbunden, hängt an einem sehr dünnen Faden.“