Bad Endorf – Alois Loferer, der neue Bürgermeister von Bad Endorf, bezeichnete den Beginn der konstituierenden Sitzung zwar als einen „magischen Moment“ und es war ihm auch anzusehen, dass das Tragen der Amtskette für ihn, wie er selbst sagte, eine besondere Ehre sei. Ansonsten aber hielt er sich bei seinen Einführungsworten betont knapp und pragmatisch. Nicht nur die nächsten sechs Jahre werden in Bad Endorf arbeitsreich, wie der Bürgermeister betonte, schon die erste Sitzung, auf der in Endorf neben den Ausschüssen noch zahlreiche weitere Gremien zu besetzen sind, hatte ein großes Pensum.
Mehr als
Repräsentation
Zur Seite stehen wird Alois Loferer dabei in Zukunft Wolfgang Kirner senior (SPD) als Zweiter Bürgermeister. Kirner, der dieses Amt auch schon die vergangenen sechs Jahre innehatte, konnte sich gegen seinen Mitbewerber Eduard Huber von den Grünen mit elf zu acht bei einer ungültigen Stimme behaupten. Das Amt des Zweiten Bürgermeisters beschrieb Walter Kindermann junior (SPD) in einer kurzen Begründung des Wahlvorschlags so: „Es ist mehr als ein Amt der Repräsentation, es ist oft auch ein Brückenbauen zwischen Gemeinderat, Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern“. In dieser neuen Periode wird Bad Endorf auch wieder einen Dritten Bürgermeister haben: Eduard Huber von den Grünen konnte sich gegen Helmut Fleidl von der Listengemeinschaft aus der Überparteilichen Wählergemeinschaft Bad Endorf (ÜWG), den Freien Wählern (FW) und der Endorfer Freien Liste (EFL) mit vierzehn gegen fünf bei wiederum einer ungültigen Stimme durchsetzen. Die Vereidigung des neuen Ersten Bürgermeisters hatte noch Dr. Horst Zeitler vom Aktionsbündnis Bad Endorf (ABE) als ältestes Gemeinderatsmitglied übernommen, die Vereidigung seiner Stellvertreter führte dann Alois Loferer selbst durch, ebenso wie die Vereidigung von sechs der sieben neuen Gemeinderatsmitglieder: Einer der neuen Gemeinderäte, Helmut Fleidl (FW), war für diese Sitzung entschuldigt, seine Kandidatur in Abwesenheit um das Amt des Dritten Bürgermeisters war aber dennoch zulässig gewesen. Die nunmehr bereits vereidigten neuen Gemeinderatsmitglieder sind Sepp Forstner und Johann Webersberger für die CSU, Martin Both und Magdalena Restle für die Grünen, Barbara Laböck für ÜWG-FW-EFL sowie Christian Wiebel für ABE.
Die Geschäftsordnung war unter den Fraktionen schon im Vorfeld ausgearbeitet und diskutiert worden, auf der Sitzung wurde sie gegen die Stimmen der Grünen- Fraktion, damit mit 16 zu vier Stimmen angenommen.
Festgelegt in der Geschäftsordnung sind auch die Ausschüsse der Gemeinde, hier wird es in der neuen Legislaturperiode vier geben: den Personal- und Verwaltungsausschuss, früher auch Hauptausschuss genannt, den Bau-, Umwelt-, Klima- und Verkehrsausschuss, den Ausschuss für öffentliche Vergaben und Projektentwicklung sowie den Rechnungsprüfungsausschuss. Einen Ausschuss für Tourismusbelange wird es nicht mehr geben. Nach den Worten von Alois Loferer sei der Gemeinderat zu dem Schluss gekommen, dass die dort zu behandelnden Fragen oft grundsätzlicher Natur seien, sodass sie im Gesamtgremium besser aufgehoben wären. Bei den verbliebenen Ausschüssen habe man sich bei Zuschnitt und Aufgabendefinition darum bemüht, sie zu einem möglichst schlagkräftigen Instrument werden zu lassen, wie zum Beispiel auch am Ausschuss für öffentliche Vergaben und Projektentwicklung deutlich werde: Verkürzte Ladefristen sollten es ermöglichen, auf etwaige Probleme bei den vielen in der Gemeinde anstehenden Bauvorhaben möglichst zeitnah reagieren zu können. An weiteren Gremien war zu besetzen der Vergabeausschuss „Bauland für Einheimische“, der aber anders als die oben genannten Ausschüsse kein ständiger und beschließender Ausschuss im Sinne der Gemeindeordnung ist.
Weiter waren Mitglieder zu entsenden an die Stiftung „Markt Bad Endorf GmbH“, an die Gesellschaft für kommunalen Wohnungsbau Bad Endorf GmbH, an die Mittelschulverbandsversammlung des Mittelschulverbandes sowie an den Zweckverband zur Abwasserbeseitigung in den Simsseegemeinden.
Doris Laban nahm
an Sitzung nicht teil
Verabschiedet wurden Alois Kurfer (EFL) Roland Legat (SPD), Alois Reif (ÜWG) Christoph Wunder (ABE), Klaus Unverdorben (ÜWG) sowie Dr. Josef Meder (EFL), der nach vier Amtsperioden, also 24 Jahren, ehrenamtlicher Gemeinderatstätigkeit ausscheidet. Die bisherige Endorfer Bürgermeisterin, Doris Laban, nahm nicht an der Sitzung teil. Sie ließ aber durch Alois Loferer Grußworte ausrichten.