Aschau − „Fahr ma hoam“ war das Lieblingslied von Edmund Höß, das er in seiner langen Sängerkarriere unzählige Male gesungen hatte, bei seiner Beerdigung ertönte es als letzter Gruß auf dem Aschauer Friedhof. Edmund Höß verstarb im Aschauer Seniorenheim im gesegneten Alter von 96 Jahren. Edmund Höß wurde 1924 in Rosenheim geboren, er ging dort zur Schule und wurde nach dem Notabitur noch vor dem eigentlichen Abitur zur Wehrmacht eingezogen. Nach Krieg und Gefangenschaft kam er als Zollbeamter nach Aschau. Hier lernte er seine spätere Frau Irmi Schwaiger kennen, gemeinsam gingen sie 1949 die Ehe ein. 2019 feierten sie miteinander die 70. Wiederkehr ihres Hochzeitstages – die Gnadenhochzeit. Ihre Ehe wurde mit einer Tochter und einer Enkeltochter gesegnet. Bei der Feier zur Gnadenhochzeit wurde eifrig in alten Anekdoten gekramt: „Unser Hund hat mich auf den jungen feschen Zollbeamten aufmerksam gemacht“, erzählte Irmi Höß damals Pfarrer Janßen. So sah sie sich den Zöllner etwas genauer an, und beide lernten sich in der Folgezeit so gut kennen, dass die Verbindung über 70 Jahre hielt. Auch Edmund war die junge Frau bereits aufgefallen, weil sie an den Sonn- und Feiertagen immer Hüte trug. Vor der Ehe gab es noch ein paar Schwierigkeiten zu überwinden.
Der Vater des Bräutigams meinte, dass es unklug sei, den Beamtenstatus beim Zoll für ein Leben als Bäcker in Aschau aufzugeben und der Vater der Braut wollte unbedingt einen Konditormeister für seine Tochter. Die Entscheidung fiel schnell und unwiderruflich. Der Bräutigam in spe quittierte für seine Heirat den Staatsdienst und begann mit 25 Jahren eine Ausbildung zum Bäcker.
Edmund Höß war in allen Aschauer Vereinen aktiv. Mit ihm starb das vorletzte Gemeinderatsmitglied der ehemaligen Gemeinde Hohenaschau. Seine Liebe galt dem Gesang, er sang 60 Jahre alsBass beim Männerchor Aschau und war mehr als 60 Jahre aktiver Sänger im Kirchenchor Aschau. reh