Das Zeug zum Vorzeigemodell

von Redaktion

Gemeinderat Amerang berät Pläne zu neuem Baugebiet in Kammer

Amerang – Das geplante Wohngebiet in Kammer hat das Zeug, zum Vorzeigemodell zu werden. Die Vorstellung der bisherigen Planung für die Bebauung von Entwicklerinseln in Amerang überzeugte den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Bezahlbarer Wohnraum und genügend Bauland für die Bürger – ein Dauerbrenner-Thema, das den Gemeinderat schon seit Jahren beschäftigt und sich nun auch gleich auf der Tagesordnung der ersten Sitzung des neugewählten Rats wiederfand. Vorgestellt wurde der bisherige Planungsstand des städtebaulichen und architektonischen Bebauungskonzepts für ein neues Baugebiet in Kammer, das je zur Hälfte von der Gemeinde und vom Grundstückseigentümer verwertet und in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickelt werden soll.

Mix aus Wohn- und
Wirtschaftsgebäuden

Damit hat Amerang einen Weg eingeschlagen, der durchaus zum Vorzeigemodell werden könnte. Das Augenmerk der Planung liegt auf einer möglichst flächensparenden und bedarfsorientierten Wohnbebauung, die auf ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte setzt, ins Landschaftsbild passt und auch Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen bietet. Gemeinde und Grundstückseigentümer ziehen hier an einem Strang. Dementsprechend sieht das architektonische Konzept für die Bebauung von zwei Entwicklerinseln – gemeindlicher Teil und Hofstelle „Beim Zenz“ – einen Mix aus mehrgeschossigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden vor, die sich harmonisch in den ländlichen Charakter der umliegenden Bebauung einfügen.

Auf dem gemeindlichen Teil sind drei massive Baukörper mit Tiefgarage im Scheunencharakter geplant, die Wohnen und Arbeiten, Wohnen im Reihenhaus und Generationswohnen vereinen. Dabei entstehen in den markanten hofähnlichen Gebäuden 29 Wohneinheiten und Gewerbeflächen von etwa 55 bis 150 Quadratmeter, die den aktuellen Bedarf an Wohnungen für Paare, Familien und Senioren decken.

Im Zentrum ist eine soziale Nutzung mit Kinderbetreuungsangebot, Mehrgenerationen- und Betreutem Wohnen sowie nicht störendem Gewerbe vorgesehen. Mit Dorfstadel, Gemeinschaftsflächen und öffentlich nutzbaren Fußwegen sollen Begegnungsorte geschaffen werden. Zum Doblbach hin soll die Bebauung mit etwa zehn Einfamilien- und Doppelhäusern entlang des Bachrands abgerundet werden. Da über die Hälfte der Stellplätze der gesamten Bebauung in Tiefgaragen sind, stellt sich eine entspannte Parksituation mit qualitätsvollen Grün- und Aufenthaltsflächen dar.

Für die ehemalige Hofstelle „Beim Zenz“ sind in vier Hauptgebäuden 26 Wohneinheiten mit 40, 65 und 100 Quadratmetern sowie ein Café und eine Pension mit 18 Zimmern geplant. Das gesamte Baugebiet soll über eine zentrale Heizanlage versorgt werden.

Wohnen und
Leben wird hier eins

Um die Planung in den nächsten Wochen weiter konkretisieren zu können, wurde das Zwischenergebnis nun im Gemeinderat vorgestellt – ohne einen konkreten Beschluss zu fassen. „Ich kann zu 100 Prozent mitgehen“, sagte Matthias Schmid (GLA). Für so ein Bebauungskonzept brauche man einen langen Atem, aber das Ergebnis zeige, dass sich der Aufwand lohne. Wohnen und Leben werde hier eins. „Sehr stimmig“, fand Markus Keller (CSU) und der Zweite Bürgermeister Werner Fröwis (CSU) ergänzte, dass beispielsweise der Erhalt der Kubatur des Zenz Hofs als prägendes Gebäude den dörflichen Charakter widerspiegele. Ende des Jahres soll das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen sein.

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