Vogtareuth – Breitbandausbau, Feuerwehrhaus Zaisering, neuer Brunnen und endlich, endlich ein Bauhof. Es sind große und teure Projekte, die die Gemeinde in den nächsten zwei, drei Jahren stemmen muss. Viel Spielraum bleibt da nicht im heuer 14 Millionen Euro starken Gesamthaushalt.
Es war die „erste richtige Sitzung“ des neuen Gemeinderates, wie es Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) formulierte und die acht neuen Ratsmitglieder durften sich gleich mit den Gemeindefinanzen auseinandersetzen. Dabei sind die wegen Corona ohnehin noch etwas wackelig, Kämmerer Josef Furtner rechnet mit einem Nachtragshaushalt.
Größter Einnahmeposten der Gemeinde ist längst der Einkommenssteueranteil mit rund zwei Millionen Euro, es folgen die Schlüsselzuweisungen mit gut einer Million. Die Gewerbesteuer ist für 2020 mit 580000 Euro angesetzt, noch einmal 20000 Euro weniger als im Vorjahr. Für 2021 geht Furtner gar nur von 400000 Euro aus. 2018 waren es noch über 700000 Euro.
Größter Ausgabeposten im 7,8 Millionen Euro starken Verwaltungshaushalt sind die laufenden Kosten für alle gemeindlichen Einrichtungen – von der Glühbirne in der Schultoilette bis zur verbesserten Gemeindestraße – mit knapp 3,5 Millionen. Es folgen die Personalkosten mit gut zwei Millionen und die Kreisumlage mit 1,54 Millionen.
Der mit 6,25 Millionen Euro außergewöhnlich große Vermögenshaushalt finanziert sich weitgehend aus Grundstücksverkäufen, gut vier Millionen Euro hat Furt- ner hier angesetzt. 850000 Euro kommen aus einer Umschuldung, knapp 800000 aus Zuschüssen.
Glasfaserkabel bis
zum letzten Hof
Größter Einzelposten bei den Ausgaben für Investitionen ist heuer der Breitbandausbau. Bis 2023 sind jedes Jahr eine gute halbe Million Euro eingeplant, „dann hat aber auch der letzte Hof Glasfaserkabel im Haus“, so Leitmannstetter. Eine gute Million wird dieses Jahr in Wasser und Abwasser investiert, inklusive neuem Trinkwasserbrunnen.
Erschlossen ist das Grundstück des neuen Feuerwehrhauses in Zaisering bereits, nach kleineren ersten Arbeiten dieses Jahr hat Furtner die nächsten beiden Jahre insgesamt eine Million für den Bau vorgesehen. Da ist allerdings die zugesagte Eigenleistung der Feuerwehrler noch nicht abgerechnet.
Noch viel länger als die Feuerwehr Zaisering wartet der Bauhof auf sein Domizil, „fast 30 Jahre“ schätzt Leitmannstetter. Heuer gibt es einen neuen Lkw, 2021 sollen dann endlich die Arbeiten beginnen. Bis 2023 hat der Kämmerer 1,3 Millionen eingeplant.
Aufgrund des Informationsbedarfs der neuen Räte wurde über einige Punkte länger geredet und es stellte sich heraus, dass der Gemeinderat bei seiner Klausurtagung einige Weichen zu stellen hat. Zum Beispiel, wie dicht künftig die Bebauung werden soll. Haushalt und Finanzplan wurden einstimmig verabschiedet.