Hans Bauer war der Mann hinter mehreren Bürgermeistern

von Redaktion

Nach 36 Jahren im Gemeinderat, davon 18 als Stellvertreter des Bürgermeisters, Abschied aus der Kommunalpolitik

Vogtareuth – Dass er bei der Haushaltssitzung 2020 nicht mehr dabei war, muss für Hans Bauer ein ganz neues Gefühl gewesen sein – schließlich konnte man in Vogtareuth über 18 Jahre hinweg sagen: Die ersten Bürgermeister wechseln – Hans Bauer (CSU) als der Zweite bleibt: zwei Amtsperioden von Matthias Maier, eine von Rudolf Leitmannstetter – sie alle hat er als der zweite Mann in Vogtareuth miterlebt. Oder anders gesagt: Als Hans Bauer vor 36 Jahren, also 1984, erstmals in den Gemeinderat gewählt wurde, war noch Emmeram Spötzl Vogtareuths Bürgermeister, Richard von Weizsäcker trat sein Amt als Bundespräsident an, das Anschnallen beim Autofahren wurde gerade Pflicht, die erste E-Mail erreichte Deutschland. Und dort, wo heute die Schön Klinik steht, war damals Baustelle und ansonsten viel freies Feld.

Um sich so lange im Gemeinderat und in der Position des Zweiten Bürgermeisters zu halten, dafür braucht es, so meint Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter, vor allem zweierlei: Offenheit und Geradlinigkeit. Er schätzt Hans Bauer als jemanden, auf dessen Wort man immer bauen kann: „Wenn er was sagt, dann weiß man, er meint’s nicht nur so, sondern es stimmt auch – das ist etwas, worauf man sich wirklich verlassen kann.“

Fragt man Hans Bauer selbst nach der wichtigsten Tugend eines so langjährigen Gemeinderatsmitgliedes, so meint er: hartnäckige Geduld. Schnellschüsse hätten im Gemeinderat noch nie Sinn gehabt, denn viele Dinge bräuchten einfach reifliche Überlegung, vor allem dann, wenn man die Bürger und ihre Anliegen wirklich ernst nähme. In den letzten Jahren sei zunehmend das Ringen mit einer immer dichter werdenden Bürokratie hinzugekommen. „Früher“, so sagt Hans Bauer, „konnte man da bisweilen noch zügiger etwas bewegen, heute muss man sich durch viel mehr Papierkrieg hindurchkämpfen, da braucht’s dann eine gewisse Zähigkeit“.

Unverändert ist aber die Grundvoraussetzung für das Amt: Man muss die Leute mögen, wirklich mögen. Wer als Gemeinderat und vor allem als Zweiter Bürgermeister nicht gern mit „de Leid beinand“ sei, so sagt Hans Bauer, sei auf dem Platz eine Fehlbesetzung: „Einen Hund, den man auf die Jagd tragen muss, der taugt nix“. Er selbst war immer gern mitten unter den Vogtareuthern und daran wird sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat nichts ändern.

Schließlich finden viele Feste im Dorf schon seit Jahren auf seinem Hof statt – das Landjugendfest ist dabei weit über Vogtareuths Grenzen hinaus schon fast legendär. Seine Frau Resi, ohne deren Verständnis und Unterstützung, wie er sagt, sein Engagement in der Kommunalpolitik nicht denkbar gewesen wäre, wird es also weiter mit einem umtriebigen Ehemann zu tun haben.

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