Inntal – Schritt für Schritt traut sich die Bevölkerung wieder an Urlaubsplanungen heran. Und aufgrund der Corona-Krise wird Urlaub in Deutschland wieder interessanter. Ob zu Pfingsten ein großer Ansturm zu erwarten ist? Die OVB-Heimatzeitungen haben sich im Inntal umgehört und in den umliegenden Tourismusbüros nachgefragt.
Neubeuern
„Die Anfragen nehmen wieder zu“, sagt Michael Fichtner, Leiter der Tourist-Information Neubeuern. Sie würden vermehrt von Familien, aber auch von Radfahrern kommen. „Ich denke, die Leute müssen sich erst an die Hygienevorschriften gewöhnen“, so Fichtner. Er glaubt, dass die Buchungen und Anfragen in den kommenden Wochen stetig ansteigen werden.
Flintsbach
Ob heuer die Anfragen und Buchungen im Vergleich zum letzten Jahr zu Pfingsten zugenommen haben, könne Anita Sammet vom Tourismusbüro Flintsbach nicht konkret sagen. Generell gebe es in Flintsbach wenige Ferienwohnungen und diese seien grundsätzlich immer schnell belegt. Im Moment würden Anfragen für Juni vorwiegend von Familien kommen. „Die nehmen Ferienwohnungen, weil sie unter sich sein wollen“, vermutet Sammet.
Nußdorf
„Anfragen habe ich genügend“, sagt indes Margitta Niederhuber, Leiterin der Tourist-Information in Nußdorf. Im März und April seien das Interesse „wie abgeschnitten“ gewesen, schildert sie. Und kaum seien die Lockerungen da gewesen, kamen die Anfragen nur so „reingeschossen“. Bei den Buchungen sei allerdings noch Luft nach oben: Für Pfingsten gebe es weniger als im letzten Jahr. Nieder-huber ist sich sicher: Es liegt an Corona. „Am Telefon hört man die Angst bei den Leuten schon raus.“ Die Unsicherheiten, so glaubt sie, würden die Leute noch etwas zurückhalten. Massentourismus sei unerwünscht. Nichtsdestotrotz sei die Tendenz prinzipiell gut, es gebe auch schon Anfragen für Juli und August: „Aber wir sind eben noch nicht ausgebucht.“ Auffallend sei es, dass vorwiegend ältere Leute einen Urlaub in Nußdorf gebucht hätten. Woran das liegen könnte, weiß die Touristikerin aber nicht.
Samerberg
„Einen großen Run sehen wir nicht“, sagt Veronika Huber von der Gästeinformation Samerberg, „aber wir können uns nicht beklagen.“ Es sei ungefähr vergleichbar wie im Jahr zuvor. Einziger Unterschied: Die Buchungen seien sehr kurzfristig eingegangen. Wie viele es genau sind, könne Huber nicht sagen. Viele Leute würden gleich direkt bei den Vermietern buchen. Erfreulich sei es, dass auch wieder Stammgäste an den Samerberg kommen würden. Vorsichtig – Schritt für Schritt –würden sich die Leute wieder ihrem Ferienziel annähern, freut sich Huber. Auch im Juli/August sei man „gut dabei“. Es gebe durchaus schon Buchungen und Anfragen. Ausgebucht seien die Pensionen und Ferienwohnungen aber noch nicht.
Oberaudorf
Ausgebucht ist man laut Pia Neumüller, stellvertretende Leiterin der Tourist-Information, auch in Oberaudorf nicht. Dennoch: Wenn man bedenkt, dass eine Pandemie ausgebrochen ist, laufe es relativ gut. Es gebe bereits Anfragen von Juni bis September. „Auch in den vorherigen Jahren gab es immer Buchungen bis in den Herbst hinein“, zieht Neumüller einen Vergleich. „Ich denke, dass viele Leute auch daheimbleiben“, mutmaßt sie. Dass der Tourismus aber insgesamt langsam wieder angekurbelt werde, sei natürlich sehr erfreulich.
Brannenburg
Otto Maier, Leiter der Tourist-Info Brannenburg, sagt: „Die Leute sind noch vorsichtig.“ Es kämen zwar Anfragen, aber nur „spärlich“. Woran das liegen könnte, kann Maier nur raten: „Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute ihren Urlaub schon für die Kinderbetreuung aufgebraucht haben.“ Und obwohl die Lage derzeit verhalten sei, könne sich das ändern. „Wir hoffen, dass der Urlaub in Deutschland in der Gunst steigt.“
Kiefersfelden
Anders die Lage in Kiefersfelden: Werner Schroller, Leiter der Tourist-Info, sagt: „Wir sind kräftig beschäftigt.“ Nach einer anfänglichen Stornierungswelle zu Beginn der Pandemie seien in den vergangenen Wochen wieder viele Buchungen eingegangen. Für Juni sei man noch nicht ausgebucht, für Juli hingegen sehe die Buchungslage schon sehr gut aus.
Die Anfragen kämen vorwiegend von deutschen Gästen. In den vergangenen Jahren habe es auch immer einen Anteil aus Belgien, Tschechien oder Holland gegeben. „Da ist es bislang noch stad“, so Schroller.