Neubeuern – Nach reiflichen Überlegungen über den Erhalt der sanierungsbedürftigen Bausubstanz und Abwägungen der damit verbundenen Kosten, fiel 2018 die Entscheidung des TSV Neubeuern, dem mitgliedsstärksten Verein der Gemeinde, am bisherigen Standort ein neues Vereinsheim zu errichten. Die Planungen der Vorstandschaft in Zusammenarbeit mit einem neu gegründeten Bauausschuss und der Marktgemeinde wurden mit dem Umzug des Vereinsbüros in die Hohenau-Schule und dem Abbruch des Bestandsgebäudes im Februar in Gang gesetzt.
Anfang März starteten Bauarbeiten
Am 6. März startete der Baugrubenaushub. Aufgrund des problematischen Baugrundes aus Seeton mussten Bodenaustauschmaßnahmen vorgenommen werden – mit einer aus statischer Hinsicht notwendigen Baugrundverbesserung mittels circa 1000 Tonnen Schotter- und Kiesmaterial sowie Geogitter für die Gründung der Bodenplatte auf einer Fläche von 36 mal 13 Meter. Die Bauarbeiten gingen zügig voran. Ende Juli soll ein Firstbaum auf dem Dachgeschoss die Fertigstellung des Rohbaus verkünden.
„Wir agieren mit überwiegend Neubeurer Handwerksbetrieben und sind konform mit dem Zeitplan“, sagt Christian Winkler, Bauleiter des Planungsbüros List/Wagner/Winkler. „Die Vergabe und Wettbewerb der Handwerkerleistungen erfolgte nach öffentlichen Ausschreibungskriterien“, ergänzt Vorstand Alexander Schopf.
Die weiterführenden Ausbauarbeiten mit Innenputz sind auf August terminiert und die voraussichtliche Fertigstellung des Gebäudes im April 2021 geplant. Der Garten- und Landschaftsbau wird im April/Mai 2021 in Angriff genommen, um eine attraktive und sichtfreie Begrünung zur Sportarena zu schaffen. Auch die Montage des Kücheneinbaus soll in diesem Zeitraum durchgeführt sowie die Terrassenausstattung vorgenommen werden. Alexander Schopf zeigt sich zufrieden mit dem Fortschreiten des Bauablaufes. Vorstand und Mitglieder wollen das 100. Jubiläum des TSV Neubeuern im zukunftsweisenden Neubau feiern.
Auf einer Fläche von 31 Quadratmetern entsteht der Küchenraum mit einer anschließenden Kühlzelle von sechs Quadratmetern. Gäste sollen im Innenraum und auf einer überdachten Terrasse bewirtet werden.
Der Turnier- und Trainingsbetrieb verlangt nach einer barrierefreien Behindertentoilette im Erdgeschoss. Neben Damen- und Herrentoiletten sind vier Mannschaftsumkleiden mit dazugehörigen Vier-Mann-Duschanlagen sowie eine separate Schiedsrichterkabine geplant. Für das Waschen der Mannschaftstrikots bedarf es eines intern organisierten Raumes. Südlich erweitert sich das Gebäude um einen Büroraum mit Archiv von 29,6 Quadratmetern. Im Dachgeschoss grenzen sich Abteilungen für die Materiallagerung der trainierenden acht Sparten ab.
Das TSV-Heim wird über eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher klimagerecht und nachhaltig gesteuert. Dabei wird die erwärmte und verbrauchte Luft abgesaugt und in einen kontrollierten Kreislauf erneut eingespeist. Im Technikraum kommt Nahwärme über eine Hackschnitzelheizung zum Einsatz, deren Nutzung von einem Nachbarn zur Verfügung gestellt wird.
Kosten von rund
1,4 Millionen Euro
Die Baukosten belaufen sich auf etwa 1,4 Millionen Euro brutto. Das Spendenaufkommen wird von örtlichen Unternehmen, Handwerksbetrieben, privaten Gönnern und Sportsfreunden gestemmt. Die Marktgemeinde hat Zuschüsse in ihrem Haushaltsplan verankert und der Bayerische Landes Sportverband (BLSV) beteiligt sich zusätzlich.
„Die Förderung des Sports, der Fitness und des Turnieraustausches liegt dem Verein sehr am Herzen. Mit dem Bau des neuen Vereinsheims schaffen wir langfristig eine gute, zielorientierte Basis für den Breitensport in unserer Region“, betont der Vorstand des TSV Neubeuern.