Der Gesellschaft etwas zurückgeben

von Redaktion

FC-Bayern-Fanclub „13 Höslwanger“ spendet Tablets an Seniorenheime im Landkreis

Höslwang/Bad Endorf – Vereine sind für viele Menschen mehr als nur ein Freizeitvertreib. Sie prägen auch das gesellschaftliche Miteinander. In Zeiten von Corona liegt das Vereinsleben jedoch weitgehend brach. „Deswegen haben wir uns gefragt, was können wir den Menschen zurückgeben, wie können wir helfen?“, sagt Hans Gehrlein, Präsident des FC-Bayern-Fanclubs „13 Höslwanger“.

Technik erleichtert Kontaktverbot

Kurz nach dem Lockdown Ende März kam dem Vorstand der „13 Höslwanger“ die Idee, Seniorenheime mit Tablets auszustatten. Denn viele Ältere waren in der Pandemie auf sich allein gestellt. Besuch von der Familie war über zwei Monate nicht gestattet.

„Wir sind an die Pflegeheime herangetreten, ob sie Tablets für die Senioren gebrauchen könnten“, sagt Gehrlein. Die Resonanz war positiv. Denn viele der Älteren haben selbst kein Smartphone oder Tablet. „Die Pfleger berichteten, dass sie ihre Handys ausgeliehen haben, damit die Senioren mit ihren Angehörigen wenigstens skypen oder per Videotelefonie sprechen können“, berichtet der „13-Höslwanger“-Präsident.

Der Entschluss im Vorstand war schnell gefasst: Alle waren dafür. Insgesamt sechs Tablets für sechs Seniorenheime hat der FC-Bayern-Fanclub gekauft und ausgeliefert: Dazu gehören der Stefaniehof in Halfing, der Finkenhof in Rimsting, der Josephihof in Obing, der Marinushof in Eggstätt, das Caritaswohnheim in Schonstett sowie das Katharinenheim in Bad Endorf.

Finanziert hat der Verein die Tablet-Spenden-Aktion aus der Vereinskasse. „Weil unser Sommerfest in diesem Jahr ausfällt, haben wir uns entschlossen das Geld für die Tablets zu verwenden“, sagt Gehrlein. Die Gelder stammen aus den Vereinsbeiträgen. Bei so vielen Mitgliedern kommt da schon etwas zusammen. Damit wolle der Verein seinen Mitgliedern zeigen: „Auch wenn gerade kein Vereinsbetrieb herrscht, wir verschleudern eure Beiträge nicht, sondern setzen diese sinnvoll für die Gesellschaft ein“, sagt Gehrlein.

Erste Erfahrungen mit dem neuen Tablet konnte inzwischen auch das Katharinenheim in Bad Endorf sammeln. „Wir haben uns sehr über dieses Angebot gefreut und es dankend angenommen“, sagt Heimleiterin Karin Stöhr. Die Tablets haben sowohl für die Senioren als auch für die Pflegekräfte einen sehr hohen Stellenwert. Eingesetzt werden sie vor allem als Kontaktmöglichkeit zu Angehörigen und im sozialpädagogischen Fachbereich.

Die Betreuer liefern Anregungen und unterstützen die Senioren bei der Nutzung der neuen Technik. Sie hören beispielsweise Musik und Singstücke oder sehen dann kurze Filme und themenrelevante Videos.

Videoanrufe
und Spiele

Aber auch der Spaß an der Technik soll nicht auf der Strecke bleiben: So beschäftigen sich die Senioren außerdem mit unterhaltsamen Spielen, die Geschicklichkeit und Denkvermögen fördern. Aber wer meint, Ältere kennen sich nicht mit Technik aus, der irrt. „Wir haben auch Bewohner, die ein Smartphone haben oder die sich mit Computern auskennen. Andere, die nicht über die Technik verfügen, haben während der Pandemie und den Kontakteinschränkungen gelitten“, sagt Karin Stöhr.

Bei der Auswahl der Tablets haben die „13 Höslwanger“ keinen Aufwand gescheut: „Wir haben uns gründlich informiert, welche Tablets für Senioren am besten geeignet sind“, sagt Präsident Hans Gehrlein. Nicht zu klein sollten sie sein und dabei handlich. Auch bei der Auswahl der Schutzhüllen hat der Fanclub ein Auge fürs Detail bewiesen. „Die Hüllen sind natürlich rot – die Farbe unseres Vereins“, sagt Hans Gehrlein.

Artikel 1 von 11