Nußdorf – Nach Lockerung der Auflagen der Corona-Pandemie sind in der Region auch wieder die Freiluftausstellungen geöffnet. Zu einer der wohl schönsten Museen, die an der frischen Luft besucht werden können, gehört der „Nußdorfer Mühlenweg“. Entlang eines rund vier Kilometer langen Wanderwegs erfahren die Besucher an 18 Stationen, was die Menschen mit der Wasserkraft bereits vor Hunderten von Jahren anfangen konnten.
Oberhalb des Dorfes wurde vom Steinbach ein Stichkanal gebaut und ein Teil des Wassers in einen künstlichen Wasserlauf durch das Dorf geleitet. Wasser und Gefälle brachten nun genug Energie mit, damit an diesem Kanal Gips-, Getreide- und Ölmühlen, Säge- und Elektrizitätswerke, Hammerschmieden, Dreschmühlen und sogar ein Lederer mit einem Pochwerk arbeiten konnten. So entwickelte sich schon im Mittelalter ein kleines Industriegebiet.
Was sie alle verband, war das fließende Wasser. So mussten sich die kleinen Handwerksbetriebe gemeinsam um die Erhaltung des Kanals kümmern und sie waren abhängig vom Handeln des anderen sowie von der Natur.
Nun feiert der kulturhistorische Wanderweg in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Seinerzeit trug die Kunsthistorikerin Michaela Firmkäs die Geschichte des Mühlbachs und damit ein Stück Heimat- und Technikgeschichte zusammen und veröffentlichte sie im Auftrag der Gemeinde in der Freiluftausstellung „Nußdorfer Mühlenweg“.
In diesem Zusammenhang bietet die Gemeinde Nußdorf einen Sommer lang Kunstgenuss im Freien zum Thema „Wasser“. Insgesamt 16 Künstler stellen gemeinsam bis 24. Oktober ihre Werke entlang dem Mühlbach aus. Ein Ausstellungskatalog, der über die Künstler und ihre Werke informiert, ist im Verkehrsamt und in einigen Nußdorfer Geschäften erhältlich. Informationen gibt es auch unter www.kunstkanal2020.de.
Reguläre Führungen am Mühlenweg sind von Mai bis Oktober jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat um 13.30 Uhr ab dem Gemeindeamt Nußdorf. Weitere Informationen sind unter www.nussdorf.de oder www.steinhauer-inntal.de erhältlich. stv