Aschau – Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen bietet ein Sprung ins kühle Wasser willkommene Erfrischung. Doch das kann auch schiefgehen: etwa beim Kopfsprung in seichtes Wasser. Damit das nicht passiert, hat Aschau ein neues Sicherheitskonzept für seine Badeplätze erarbeitet. Auf diesem basiert auch die neue Namensgebung beider Bäder, die nun „Badeplatz“ und „Moorbadeplatz“ heißen.
Seit Monaten sind die Aschauer Tourist-Info, die die Badeplätze betreut, und eine Münchner Anwaltskanzlei schon damit beschäftigt. Außerdem: Der Badeplatz an der Bernauer Straße hat einen neuen Pächter. Der Aschauer Gastwirt Werner Heinrichsberger junior, der unter anderem das Gasthaus Kampenwand in Aschau betreibt, übernimmt den Kiosk und sorgt künftig für Ordnung auf dem Gelände.
Bürgermeister in
Hessen vor Gericht
Ausschlaggebend für die Entwicklung eines Sicherheitskonzepts für die Badeplätze war ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom letzten Sommer, das überregional für Schlagzeilen sorgte. Ein Bürgermeister aus Nordhessen ist nach einem Badeunfall, bei dem drei Geschwister in einem Teich ertrunken sind, wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. „Wir wollen die Gemeinde deswegen aus haftungsrechtlichen Gründen absichern“, sagt Marina Haberstock von der Tourist-Info Aschau.
Nach den Vorfällen in Hessen sei man hellhörig geworden und suchte gemeinsam mit dem Gemeinderat nach einer Lösung. „Wir wollten ein Konzept schaffen, mit dem es für alle Beteiligten sicherer wird“, so Haberstock weiter. Haberstock ist zusammen mit dem Leiter der Aschauer Tourist-Info, Herbert Reiter, für die Betreuung des Aschauer Moorbadeplatzes und des Badeplatzes an der Bernauer Straße zuständig und kümmerte sich in den vergangenen Monaten federführend um die Koordination bei der Erstellung des Sicherheitskonzeptes. Unterstützung bekam die Gemeinde Aschau dabei von einer Münchner Anwaltskanzlei, die bereits mit anderen Gemeinden in gleicher Angelegenheit tätig geworden war. „Die Kanzlei ist spezialisiert auf Sicherheit und Haftungsrecht“, sagt Haberstock.
Der Moorbadeplatz hatte bereits am 8. Juni wieder für Badegäste geöffnet. Dort geht es generell ruhiger zu, da Familien eher den Badeplatz an der Bernauer Straße nutzen. Dennoch sind am Moorbadeplatz ab jetzt auch Schilder, die auf die Wassertiefe hinweisen. „Auf diese Weise haben wir Gefahrenstellen erkennbar gemacht“, sagt Haberstock.
Größere Veränderungen hat die Gemeinde am Badeplatz in der Bernauer Straße vornehmen müssen. Auf dringlichstes Anraten der Anwaltskanzlei habe man die Schwimminseln und die Rutsche entfernt. „Leider mussten wir, um das Bad weiterhin offen zu halten, diesen Schritt gehen“, sagt Haberstock. Hinweise zur Wassertiefe, die an vielen Stellen laut Haberstock nicht mehr als 1,30 Meter beträgt, sollen verhindern, dass sich jemand verletzt. Ein kleines Schmankerl kommt oben drauf: Ab dieser Saison ist der Eintritt am Badeplatz in der Bernauer Straße frei.
Heinrichsberger
übernimmt Kiosk
Ebenfalls neu am Badeplatz in der Bernauer Straße ist der Pächter; keine unbekannten Gesichter in Aschau: Die Wirtsfamilie Heinrichsberger übernimmt den Kiosk und umsorgt künftig das gesamte Gelände. Seit 16 Jahren betreibt die Familie das Gasthaus Kampenwand, seit 27 Jahren ist Werner Heinrichsberger junior auch Gastwirt des Festzelts beim Aschauer Markt. Ab 19. Juni können Gäste den Badeplatz und die circa 5000 Quadratmeter große Liegewiese an der Bernauer Straße wieder nutzen. Geöffnet wird nur bei schönem Wetter, sagt Heinrichsberger – jeweils von 10 bis 20 Uhr. Dann gibt es auch Kleinigkeiten zu essen „und natürlich Eis“, verspricht der Pächter.