Schechen-Pfaffenhofen – So viel Zeit investiert, so einen Aufwand betrieben – und doch ist alles für die Katz: Der Trachtenverein Pfaffenhofen musste sein Theaterstück „Da Räuberpfaff“ ersatzlos absagen. Corona hat der diesjährigen Aufführung des Laientheaters einen Strich durch die Rechnung gemacht.
„Wir sind sehr enttäuscht, doch es war einfach alternativlos“, sagt Manfred Altenweger vom G.T.E.V. Immergrün Pfaffenhofen. Rund fünf Proben vor dem Termin der Premiere wurde klar: Es kann wegen der Corona-
Gefahr und den entsprechenden Beschränkungen nicht gespielt werden.
Ungefähr seit Weihnachten des vergangenen Jahres liefen die Vorbereitungen für das Stück. 15 Proben mit den Laiendarstellern von jeweils rund drei Stunden plus Fototermine, Anproben und Bühnenaufbauarbeiten haben die Pfaffenhofener investiert. Rund 25 Personen haben Zeit und Herzblut in das Projekt gesteckt.
71 Jahre Unterhaltung auf der Bühne
Theaterspielen hat beim Trachtenverein Tradition: Seit 71 Jahren bringen die Trachtler regelmäßig Stücke auf die Bühne. Diesmal hätte es ein Ausflug in die Zeit der großen bayerischen Räuber werden sollen. Die Geschichte „Da Räuberpfaff“ spielt zur Zeit des Räubers Kneißl und erzählt von einem Räuberhauptmann, der ungewollt Pfarrer eines kleinen Ortes wird. Neben drei Neulingen auf der Bühne hätte Michael Schlaipfer sein Regiedebüt geben sollen. Die Bühne im Pfleger Theaterstadl war bereit, der Kartenvorverkauf fortgeschritten, die Vorfreude auf die Premiere groß.
Knapp zwei Wochen davor dann die Enttäuschung: „Corona hatte so eine Dynamik angenommen, dass wir da schon das Gefühl bekommen haben, dass das schlecht für uns ausgehen kann“, so Altenweger. Zunächst habe man gedacht, man könne die Premiere um einige Zeit verschieben. DochAusgangsbeschränkungen, Kontaktverbote und Co. haben der Theatergruppe schließlich keine Wahl gelassen, als die Aufführungen abzusagen.
Keiner der Beteiligten habe das Stück um jeden Preis durchziehen wollen, alle hätten sich dem Schicksal gefügt. „Wir haben uns am Abend der Premiere dann zu einer Videokonferenz getroffen und uns zugeprostet, wie wir das nach dem Stück gemacht hätten“,erzählt der Trachtler.
Schweren Herzens habe man sich für einen kompletten Schlussstrich entschieden. Denn selbst wenn der Pfleger Theaterstadl im Herbst frei sei, müsste man ja die Bühne neu aufbauen und auch nochmal proben. Daher soll „Da Räuberpfaff“ nun im nächsten Frühjahr auf die Bühne kommen. Fraglich sei aber, ob dann alle aus der geplanten Besetzung und auch Spielleiter-Debütant Schlaipfer wieder verfügbar seien.
Immerhin: Finanziell kann der Trachtenverein die Absage stemmen, auch, wenn die Einnahmen ein gutes Polster für das Gautrachtenfest 2023 gewesen wären. Bereits bezahlte Karten können noch bis 30. Juni erstattet werden. Dazu kann man mit der für den Vorverkauf zuständigen Familie Baul unter der Nummer 08039/9230 telefonisch Kontakt aufnehmen.
Eintrittsgelder als Spende für Verein
Rund 100 bezahlte Karten liegen noch vor. Nicht jeder allerdings wollte sein Geld wiederhaben. „Einige mit bereits bezahlten Karten haben angerufen und gesagt, wir sollen das Geld als Spende behalten“, so Altenweger.
Das schließlich kann Corona nicht zunichte machen: Die große Solidarität der Schechener mit ihrer Theatergruppe vom Trachtenverein.
P.S. Die Debütanten wären gewesen: Anna Moosbauer als „Annamirl“; Hansi Arnold als „Bräu – Ökonom und Brauereibesitzer“; Michael Huber als „Häflinger, Gendarmarievorsteher“ und Spielleiter Michael Schlaipfer.