Aschau/Sachrang – Der grenzüberschreitende Verkehr in Sachrang rollt wieder: Die Grenze nach Tirol am Waldbichl südlich des Bergsteigerdorfs ist wieder offen – keine Straßensperre, kein Bauzaun, keine blauen Planen. Seit 15. Juni ist die Reisewarnung für 27 europäische Länder aufgehoben. Auch die Grenzsoldaten des Bundesheeres mit ihren Sturmgewehren sind abgezogen und hindern die Autofahrer nicht mehr auf ihrem Weg von Sachrang nach Niederndorf und Ebbs.
Lediglich die Betonsperren am westlichen Straßenrand erinnern noch an die vier Monate, an denen hier Ende war. Sie sollten verhindern, dass Autofahrer mit geländefähigen Fahrzeugen die österreichische Staatsgrenze passieren, indem sie die Sperren mit einer Fahrt über die Wiese umgingen.
Jetzt rollt der
Verkehr wieder
Für die Sachranger ist jetzt vieles wieder einfacher geworden: Sie können ohne lange Umwege ihre Arbeitsplätze im bayerischen Inntal und im benachbarten Tirol erreichen. Auch der stillschweigend geduldete „kleine Grenzverkehr“, der mit dem Segen der Behörden geduldet und unter den wachsamen Augen der Gendarmerie und des Tiroler Bundesheeres kontrolliert wurde, die Belieferung des Sachranger Dorfladens und des Prientaler Bergbauernladens mit Käse, Wurst und landwirtschaftlichen Produkten aus Tirol, sind Geschichte. Die Lieferungen können nun wieder ohne Einschränkungen erfolgen.
Zahlreiche Bewohner des Prientals nutzten die Grenzöffnung auch sofort, um in Hatzenstädt ihren Brotzeitkäse zu kaufen und um an der Tankstelle in Wildbichl günstig zu tanken. „Die Versorgung mit Lebensmitteln und Verbrauchsmaterial – einschließlich Klopapier – für Sachrang stand zu jeder Zeit.
In diesen Zeiten bewies sich jeden Tag aufs Neue, wie wichtig die unmittelbare Nahversorgung aus der Region für einen Ort ist“, erklärt Josef Mispagel vom Sachranger Dorfladen, der in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen feierte. „Im vergangenen Jahr hatten wir die Schneekatastrophe, heuer schnitt das Coronavirus die Welt draußen von uns hier in Sachrang ab“, sagt Mispagel.
Auch die Männer der Sachranger Feuerwehr sind wieder voll in den Alarmplan der benachbarten Feuerwehren eingebunden: „Wenn jemand irgendwo Hilfe benötigt, dann kommen wir zum Einsatz. Egal, ob vor der Tiroler Grenze oder dahinter.
Und für die Kameraden der Feuerwehr vom Niederndorfer Berg gilt natürlich das Gleiche“, sagt Stefan Singhartinger, Feuerwehrkommandant. heinrich rehberg