Schechen – Eigentlich ist es schön, wenn es in einer Gemeinde viele Kinder gibt. In Schechen allerdings ist es immer wieder eine Herausforderung, alle kleinen Bürger in den Kitas und Kindergärten unterzubringen.
In Pfaffenhofen wird deswegen derzeit eine neue Betreuungseinrichtung direkt neben dem bestehenden „Spatzennest“ gebaut. Rund 50 Kinder zusätzlich können dort ab dem nächsten Kindergartenjahr unterkommen. Die Kirche hat auch für die neue Einrichtung die Trägerschaft übernommen.
Doch sollen auch Kinder aus Rosenheim dort betreut werden? Und wenn ja, wie viele? Diese Fragen hat der Schechener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung heiß diskutiert.
Kleine Rosenheimer in
Pfaffenhofener Kita
Das Problem: Bereits jetzt besuchen einige Kinder die Pfaffenhofener Kita, die im Stadtgebiet Rosenheim wohnen. Sie gehören allerdings – der Pfarrsprengel macht’s möglich – zur Pfarrei Pfaffenhofen. Dem Gemeinderat lag nun ein Schreiben von Pfarrer Holzner vor, der anregt, die Plätze für auswärtige Kinder von 15 auf 20 zu erhöhen. Doch ob man das so in der Betriebsvereinbarung mit der St. Johann Baptist Kirchenstiftung Beyharting festschreiben solle, dazu bestand Uneinigkeit.
Martin Rinser (Parteifreie) fragte, ob man mit gutem Gewissen zustimmen könne, wenn dann Kinder aus der eigenen Gemeinde keinen Platz bekommen würden. Bürgermeister Stefan Adam betonte, dass aktuell alle Schechener Kinder untergebracht seien.
Irmengard Taubenberger, die in der Gemeindeverwaltung für die Kindergarten-Angelegenheiten zuständig ist, erklärte, dass derzeit 28 Kinder aus Rosenheim die Kita Pfaffenhofen besuchen. Die Frage sei also, wie man das langfristig regeln wolle.
Kinder aus dem
„reichen Rosenheim“?
Josef Weber (CSU) bekräftigte die Sorge, dass die Betreuungsplätze in den nächsten Jahren knapp werden könnten. Markus Grabmayer (SPD) meinte, ihm fehle das Verständnis, nur wegen des Dogmas eines Pfarrsprengels Kinder aus dem „reichen Rosenheim“ aufzunehmen. Andreas Rausch (CSU) allerdings betonte, dass man froh gewesen sei, dass die Kirche die Trägerschaft auch für den neuen Kindergarten übernommen hat. Und Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie) bekräftigte, eben durch die Kirche habe man die eigenen Kinder versorgt.
Schließlich machte Volker Schmidt (SPD) den Vorschlag, die Zahl zu befristen. Wenn Plätze frei seien, gebe man die gerne an Kinder aus Rosenheim. Aktuell etwa wären Plätze ohne die Rosenheimer unbesetzt. Die Zahl der Kita-Plätze für auswärtige Kinder solle dann immer auf zwei Jahre festgeschrieben werden, je nach eigenem Bedarf. Dem konnte der Gemeinderat zustimmen.
Beendet war die Diskussion über die Kinderbetreuung damit nicht. Dr. Florian Zeller (CSU) sprach das Problem einiger Hochstätter an, die ihre Kinder nach Pfaffenhofen bringen müssten. Da würde er sich wünschen, auch in Hochstätt mehr Plätze zu schaffen.
Tatsächlich stand die zukünftige Ausrichtung der Kinderbetreuung in Schechen ebenfalls auf der Tagesordnung. Wie die Kita-Verantwortliche Taubenberger erläuterte, gehe man im September 2021 von einem Defizit von 20 Plätzen im Gemeindegebiet aus. Zum einen rechnet man mit starkem Zuzug durch die Bauprojekte in der Kommune. Zum anderen läuft im Hochstätter Kindergarten „Sonnenschein“ die Betriebserlaubnis für eine Mischgruppe mit 20 Plätzen aus, die als Provisorium in einem Betreuungsengpass vor einigen Jahren geschaffen worden ist.
Bauernhof oder
Blockhütte
Taubenberger erklärte auch, dass die Kita in Hochstätt mit inzwischen sieben Gruppen nicht mehr weiter vergrößert werden könne – aus Platzgründen und weil es für die Leitung kaum zu schaffen sei. Daher zieht man vonseiten der Gemeinde eine Lösung in Schechen in Betracht. Damit könnte man sowohl Hochstätt als auch Pfaffenhofen entlasten. Da ein festes Gebäude in der kurzen Zeit nicht realisierbar ist, soll nach Alternativen gesucht werden, etwa eine Blockhütte, ein Natur- oder Bauernhofkindergarten. Auch der Vorschlag von Peter Lechner (CSU) sei eine Option: Der Container-Kindergarten, der derzeit in Pfaffenhofen neben dem „Spatzennest“ in Betrieb ist, könnte zum Beispiel an den Schechener Sportplatz gestellt werden. Der Gemeinderat einigte sich mit einer Gegenstimme darauf, die Verwaltung mögliche Lösungen prüfen zu lassen.