Nachruf

von Redaktion

Obing – Auf dem Obinger Friedhof fand die Trauerfeier für Gärtner Josef Jetzinger statt, der im Alter von 69 Jahren einem Krebsleiden erlegen war. Pfarradministrator David Mehlich hielt die Trauerandacht im Freien und schilderte den Lebensweg des allseits beliebten und geachteten Mitbürgers.

Josef Jetzinger wuchs in einem Drei-Generationen-Haushalt auf, in dem neben der Gärtnerei und dem Kramerladen anfangs noch eine kleine Landwirtschaft betrieben wurde. Nach dem Besuch der Volksschule in Obing absolvierte er zwei Lehrjahre im elterlichen Betrieb und das dritte in der Gärtnerei Dobiasch in Traunstein.

1977 war das Elternhaus abgerissen worden, weil es unmittelbar an die Bundesstraße angrenzte und dem zunehmenden Verkehr im Wege war. Anstelle des alten Hofes mit Kramerladen entstand ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit Blumenladen und einem Verkaufs-Gewächshaus. Im Frühjahr 1983, erst 32 Jahre alt, übernahm Jetzinger den Familienbetrieb mit damals nur einer Mitarbeiterin. Wenige Monate später starb sein Vater. Der Junior baute den Betrieb in den folgenden Jahrzehnten durch An- und Umbauten sowie durch Ausweitung der Geschäftsfelder kontinuierlich aus. Unter anderem betrieb er bis zum Frühjahr 2019 die örtliche Postfiliale. Natürlich stieg auch die Zahl der Mitarbeiter stetig. Mit seiner ruhigen, bescheidenen und freundlichen Art war er bei ihnen und den Kunden geschätzt und beliebt.

Auch wenn er der Chef war, wurde seine vor zehn Jahren verstorbene Mutter Anna Jetzinger liebevoll von allen „Chefin“ genannt. Sie schaffte es auch, dass sich alle wie in einer großen Gärtnerfamilie fühlten. Zwar nicht verheiratet, hatte er mit seiner Schwester, seinem Schwager, seinen Nichten und deren Familien auch eine Familie.

Josef Jetzinger, von vielen Peppi oder Bepp genannt, war ohne großes Aufheben für andere da, wenn sie seine Hilfe brauchten. So konnte sich besonders der Gartenbauverein stets darauf verlassen, eine offene Tür – die Gewächshaustür – vorzufinden. Das verdeutlichte die Vorsitzende des Vereins, Birgit Furtner, am Grab. Der Gartenbauverein und seine Projekte seien dem Verstorbenen immer sehr am Herzen gelegen, sagte sie. Bis zum Schluss hat er den Verein mit Pflanzen versorgt und Ratschläge für die Bepflanzung der grünen Tröge gegeben, die damals seine Idee für das Festjahr 2016 gewesen sind. Furtner: „Das Herz ging ihm auf, wenn wir mit dem Nachwuchs, unseren „coolen Würmern“ kamen, um Kräuter oder Gemüsepflanzen anzuschauen und zu pflanzen.“ Für die Gärtner im Landkreis hielt Peter Fenis aus Trostberg einen kurzen Nachruf und würdigte das Wirken des langjährigen Mitglieds.obk

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