Trotz Corona gut im Zeitplan

von Redaktion

Sanierungsarbeiten an der Aschauer Kreuzkapelle zum großen Teil abgeschlossen

Aschau – „Die Bauarbeiten an der Kreuzkapelle gehen ihrem Ende entgegen“, so Werner Weyerer, der Kirchenpfleger von Aschau. Mittlerweile wurde das Langhaus der Kapelle mit einem neuen Kupferdach eingedeckt und die Malerarbeiten im Außenbereich sind auf der Südseite voll im Gange.

„Wir liegen trotz Corona gut im Zeitplan“, sagt Weyerer erfreut. Die Arbeiten hätten alle planmäßig erledigt werden können. Nach dem Abschluss aller Arbeiten – und wenn es die Corona-Bestimmungen zulassen – wolle man mit der ganzen Pfarrgemeinde das Gotteshaus in seiner neuen Pracht gebührend feiern, so der Kirchenpfleger.

Zahlreiche Arbeiten im Außenbereich

Schon in den vergangenen Jahren wurden laut Pfarrer Paul Janßen und Kirchenpfleger Werner Weyerer Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen, um dieses „Kleinod“ auch für die kommenden Generationen zu erhalten. Der Außenputz im Sockelbereich wurde abgeschlagen und nach der Neuanlage der Drainage saniert. Die völlig marode Holzschindeldeckung wurde durch ein Kupferdach ersetzt. Als Abschluss aller Außenarbeiten haben nun die Malerarbeiten begonnen: Das ganze Haus wird in ein strahlendes Weiß getaucht und die Fenster werden, wie bei der daneben stehenden Pfarrkirche,ockerfarben umrahmt.

Die Kreuzkapelle steht seit Mitte des 18. Jahrhunderts auf der Nordseite im Schatten der katholischen Pfarrkirche von Aschau. Die damalige Hofwirtin Maria Anna Schropp (heute Residenz Heinz Winkler) stiftete sie als Ersatz für die alte Friedhofskapelle, die aufgrund von Baufälligkeit abgerissen werden musste.

Im Inneren der Kapelle erwartet die Besucher nicht nur ein heller, wohlproportionierter Raum, sondern auch eine hochwertige Ausstattung mit dem Kreuzaltar, dem kunstvollen Eisengitter und farbenprächtigen Fresken von Joseph Tiefenbrunner. Rechts am Kirchenportal erinnert eine Steintafel aus dem Jahr 1812 an die zehn Männer aus der Niederaschauer Pfarrei, die zusammen mit Friedrich Graf von Preysing-Hohenaschau am Napoleon-Feldzug nach Russland teilnahmen und nicht heimkehrten. Die Kreuzkapelle ist damit das älteste Erinnerungsmal für die napoleonischen Kriege in der Region und stellt „die Gründungsurkunde“ der Aschauer Soldaten- und Kriegerkameradschaft dar. Nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten wird die Kreuzkapelle wieder für alle zugänglich sein. Die Aschauer Pfarrgemeinde hofft, dass sie in ihrem Bestand wieder für einen längeren Zeitraum gesichert ist. 100000 Euro sind für die Restaurierungsmaßnahmen veranschlagt, die Finanzierung erfolgt über die Pfarrei, die auf Rücklagen, Zuschüsse und Spenden angewiesen ist. „Wir freuen uns über jede Spende, die für der Erhaltung des Rokokojuwels gemacht wird“, sagt Pfarrer Janßen.

Im Gebiet des Erzbistums von München und Freising stehen zurzeit Sanierungen von über 300 Gebäuden an, dabei sind viele kunsthistorisch wertvolle Kirchen. Zusätzliche Spenden sind willkommen, um die Besonderheit für das Ortsbild, die Pfarrei und Region so dauerhaft wie möglich gestalten zu können.

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