Bürgermeister Daniel Mair mit den gefüllten Ordnern.
Frasdorf – Der Ausbau der Autobahn A8 bei Frasdorf nimmt wieder Fahrt auf. Vier Ordner – prall gefüllt mit Planungsunterlagen – hat die Autobahndirektion Südbayern der Gemeinde Frasdorf als Grundlage für die Auslegung der ersten Tekturplanung zur Verfügung gestellt. Interessierte Bürger können sich in der Zeit vom Freitag, 3. Juli, bis Montag, 3. August, im Frasdorfer Rathaus über die Änderungen gegenüber der ersten Planung von 2014 informieren und ihre Bedenken gegen diese vortragen.
Bürgermeister Daniel Mair (CSU) erläutert den weiteren Fahrplan: Bei der nächsten Gemeinderatssitzung sollen die wichtigsten Änderungen vorgestellt und die daraus folgenden Anträge der Gemeinde Frasdorf beschlossen werden. Parallel dazu läuft das Verfahren für die Bürger. Dabei sei laut Mair zu beachten, dass es keine Möglichkeiten mehr gebe, das gesamte Verfahren von vorne zu beginnen. Lediglich die Punkte, die in der Tektur gegenüber der Erstplanung abweichen, könnten noch einmal überprüft und gegebenenfalls geändert werden.
Fokus der Gemeinde liegt auf Lärmschutz
Auch die Gemeinde Frasdorf habe noch einige Anmerkungen und Änderungswünsche gegenüber der Autobahndirektion: Der Zug für eine Verlängerung der vorgesehenen Einhausung bis zum Ortsteil Ginnerting ist wohl abgefahren, aber als Ersatz soll in diesen Abschnitten der bestmögliche Lärmschutz gebaut werden, so der Rathauschef. Im Anschluss an die Einhausung sollen künftig massive Wälle und Lärmschutzwände entstehen – bestehend aus zehn Meter hohen Wällen und darauf als Bekrönung eine drei Meter hohe Wand. Diese Lärmschutzwälle werden sich durch das gesamte Gemeindegebiet von West nach Ost ziehen. Wie weit vorbeifahrende Autofahrer über ein 13 Meter hohes Hindernis noch einen Blick auf den Chiemgau werfen können sei dahingestellt.
Mehrere Fuß- und Radwege sollen parallel zu den neuen Straßen gebaut werden, ein Weg entlang der neuen Autobahntrasse und weitere an den Straßen Richtung Söllhuben, Richtung Wildenwart – Prien sowie Richtung Leitenberg – Umrathshausen. Diese neu konzipierten Wege sollen im bestmöglichen Ausbauzustand entstehen, die Gemeinde strebt an, dass diese nicht gekiest, sondern asphaltiert werden. Einige Gehwege und Querungen der Autobahn wurden nicht berücksichtigt, sie werden moniert und nachgefordert.
Nach dem Abschluss des umfangreichen Tekturverfahrens, dessen Dauer sich an der Qualität der Einwendungen ausrichtet, plant die Autobahndirektion, möglichst zeitnah mit dem Bau zu beginnen.
Für den gesamten Neubau der Strecke zwischen Achenmühle und Bernauer Berg sind fünf Jahre vorgesehen. Riesige Erdbewegungen sind notwendig. Alleine beim Aushub des Tunnelbauwerks am nördlichen Ortsrand werden voraussichtlich 200000 Kubikmeter Aushub anfallen. Dieser wird auf einer Freifläche oberhalb des Ortes gelagert und bei Bedarf wieder eingebaut, sodass zum Schluss des Vorhabens keine großen Mengen Erde und Kies abgefahren oder planiert werden müssen.
Verkehr läuft
an Baustelle vorbei
Der Verkehr auf der Autobahn wird während des Baus jeweils auf einer Richtungsfahrbahn an der Baustelle vorbeigeführt. Die Autobahnein- und -ausfahrten Frasdorf werden während eines Teils der Bauphase gesperrt.
Die Autofahrer werden in dieser Zeit auf die Ausfahrten Bernau und Rohrdorf ausweichen müssen.