Den Inn nur unterqueren

von Redaktion

Nußdorfer Gemeinderat und Landwirte nehmen Stellung zum Brenner-Nordzulauf

Nußdorf – Für die Erarbeitung der Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren für den Brenner-Nordzulauf hat die Gemeinde einen Arbeitskreis gebildet, Bürgermeister Sepp Oberauer legte dem Gemeinderat jetzt die Stellungnahme vor. Der Gemeinderat stimmte der Stellungnahme diskussionslos einmütig zu.

„Wir weisen darauf hin, dass aufgrund der aufgeführten Raumwiderstände die Variante blau (oberirdische Streckenführung ab Windshausen, vorbei am Landschaftsschutzgebiet Auwald bis zum Neubeurer See) auf keinen Fall der Raumordnung und dem Landesentwicklungsplan entspricht. Sollte die Variante violett (oberirdische Querung des Inns im Bereich der Vogelinsel, Streckenführung bis Urstall, danach Tunnel bis Stephanskirchen) favorisierte Trasse sein, so kann diese keinesfalls als Brückenbauwerk, sondern nur mit einer Untertunnelung des Inns erfolgen.“

Derzeit werde eine Lösung der Interessengemeinschaft „Inntal 2040“ diskutiert, so Oberauer. Diese erfährt Unterstützung von elf Bürgermeistern aus dem Inntal sowie von Landrat Otto Lederer, der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig und dem Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner (alle CSU). Die Initiative vertritt die Auffassung, dass nur eine Untertunnelung der Strecke infrage komme. Außerdem sei eine Untertunnelung des Inns möglich. „Schließlich wurde der Inn auf österreichischer Seite bereits zwei- mal unterquert“, sagte Oberauer.

Durch die Unterquerung des Trinkwasserschutzgebietes durch die violette Trasse besteht die Gefahr, dass die Quellen versiegen und auf Dauer unbrauchbar sind.

Im Gemeindegebiet sind Landschaftsschutz- und FFH-Gebiete berührt, dazu die sogenannte Vogelinsel. Zudem lebt im Bereich der Trasse eine seltene Käferart.

Hochwasserschutz wird zerstört

Seit 2013 ist der nördliche Bereich des Dorfes als hochwassergefährdet eingestuft. Zurzeit werden gemeinsam mit dem Freistaat Hochwasserschutzmaßnahmen am Steinbach durchgeführt. Die blaue Trasse überquert den Steinbach im Bereich der Überschwemmungsmulde und durchtrennt die Retentionsräume. Während der Bauphase werde das Landschaftsbild stark beeinträchtigt, der Tagestourismus aus bleiben – und das über Jahre. Die Beeinträchtigung des Wirtschaftsfaktors Tourismus muss während der Bauphase und danach so gering wie möglich gehalten werden.

Auch die Nußdorfer Landwirte, die sich von der Trassenplanung massiv bedroht sehen, hätten ein Schreiben verfasst. Auch darauf ging der Bürgermeister ein und trug die Eckpunkte vor. So führen sie an erster Stelle den Verlust von Grund und Boden an.

Das Ende für
die Landwirtschaft

Dieser bedeute das Ende von mehreren landwirtschaftlichen Betrieben. Eine weitere Gefahr sehen sie in der Verschmutzung der Felder. Worunter ihre Produkte und deren Absatz leiden würden. Auch die anderen Varianten lehnen sie unisono ab.

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