Grünes Licht für Autorallye

von Redaktion

Schechener Gemeinderat genehmigt Antrag der Rosenheimer Gemeinschaft

Schechen – Eine Autorallye im Schechener Gemeindegebiet – und das während Corona und in Zeiten des Klimawandels? Einen Antrag dazu hatte die Rallye-Gemeinschaft Rosenheim gestellt. Dieser wurde bei der jüngsten Sitzung des Schechener Gemeinderates kontrovers diskutiert.

Strecke führt
von Hochstätt über
Kobl bis Unterwöhrn

Der Termin für die Rallye steht bereits. Sie soll am 17.Oktober stattfinden und von Hochstätt über Kobl bis nach Unterwöhrn führen. Dafür seien in diesem Zeitraum von 11.30 bis 18 Uhr Sperrungen auf der öffentlichen Straße nötig. Bei der Rallye starten die Teilnehmer mit straßenverkehrszugelassenen Autos. Die Fahrer müssen zudem eine motorsportliche Lizenz vorweisen können. Rund 60 Teilnehmer aus dem südbayerischen Raum werden erwartet. Die Strecke wird lediglich gesichert, aber nicht verändert. Für die Wertungsprüfungen fahren die Autos einzeln mit einem gewissen Zeitabstand hintereinander. Derjenige, der die Strecke am schnellsten absolviert, gewinnt.

Zuletzt fand eine solche Rallye im Jahr 2014 in Schechen statt. Schon damals, erinnert sich Bürgermeister Stefan Adam (CSU), hatte der damalige Bürgermeister Hans Holzmeier (CSU) über das Vorhaben im Gemeinderat abstimmen lassen, weil er es diskussionswürdig gefunden habe. Heuer sei die Veranstaltung eigentlich für Juni geplant gewesen. Doch dann kam Corona und die Pläne waren zunächst auf Eis gelegt. Nun soll sie im Oktober stattfinden – und auch diesmal wollte sich der Bürgermeister ein Bild von der Meinung des Gemeinderates dazu machen.

Volker Schmidt (SPD) hatte eine ganz klare Ansicht dazu: „So ein Unsinn, totaler Blödsinn“, meinte er. Es sei nicht vereinbar mit der Klimaschutzdebatte, nur zwecks der Gaudi Schadstoffe in die Luft zu blasen. Coronabedingt sei die Veranstaltung wohl nur ohne Zuschauer möglich, und was habe die Gemeinde dann davon außer Straßenschäden, wollte der Gemeinderat wissen? Auf die Frage, warum diese Rallye ausgerechnet in Schechen stattfinden soll, erklärte Bürgermeister Adam, dass die Rallye-Gemeinschaft ihr Vereinsheim im Egger-Stüberl habe.

Gemeinderätin Maria Ganslmaier-Hainzl (Parteifreie) betonte, dass die Strecke auch von vielen Radfahrern genutzt werde. Martin Rinser (Parteifreie) ergänzte, dass es in dem Bereich auch viele kleine Wege gebe, die man schlecht alle sperren könne. Er sehe daher auch ein Sicherheitsproblem.

Gemeinderat Josef Weber (CSU) wollte diese Begründungen aber nicht gelten lassen. „Dann müsste man Skifahren auch anprangern“, argumentierte er. Im „Mutterland des Autos“ könne man einmal im Jahr einer solchen Veranstaltung zustimmen. Hans Neumayer (Parteifreie) sah es ähnlich und pflichtete Neumayer bei. „Wenn man dieses Fass aufmacht, müsste man viel verbieten.“ Es sei eben ein Hobby.

Anwohner
haben dem
Vorhaben zugestimmt

Für die Veranstaltung sprach, dass die Anwohner im Vorfeld ihre Zustimmung gegeben hatten. Außerdem solle eine Genehmigung der Gemeinde nur unter der Auflage erteilt werden, dass die Rallye-Gemeinschaft für alle Schäden an der Straße aufkommt. Auch die Straßensperrungen werden von Freiwilligen der Rallye-Fahrer abgesichert werden. Schließlich sprachen sich zwölf der Räte für die Veranstaltung aus, neun waren dagegen.

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