Rott – Die Buslinie 444 führt von Rott über Aßling nach Grafing Bahnhof und verbindet so Rott mit dem Netz des Münchner Verkehrsverbundes (MVV). Die Resonanz auf dieses Angebot ist gering – sichtbar in „Geisterbussen“, die manchmal sogar leer fahren müssen. Trotzdem geht es jetzt weiter.
Der Bus startet werktags um 5.11 Uhr und fährt bis abends 21.37 Uhr. In Aßling kann der Reisende die Zugverbindung mit dem Meridian nach München nutzen oder er fährt mit dem Bus bis Grafing-Bahnhof weiter, um dort zu den Zügen auch die S-Bahn zu nutzen.
Jahrzehnte hatte sich die Gemeinde Rott darum bemüht, durch eine Verlängerung der Buslinie von Aßling nach Rott eine Anbindung zum MVV-Netz zu bekommen.
Noch im November 2017 war nichts entschieden, doch dann verlief das Genehmigungsverfahren blitzschnell. Am 11. Dezember 2017 um 5:11 Uhr startete der erste Bus der Linie 444 und verkehrt seitdem werktags siebenmal von Rott nach Aßling und sechsmal in der Gegenrichtung.
Doch auf die Euphorie erfolgte die Ernüchterung. Der Bus wird wenig genutzt. Es war ein Probebetrieb von drei Jahren angesetzt. Das jährliche Defizit trug der Landkreis Ebersberg zu 30 Prozent, den Rest übernahmen der Landkreis Rosenheim und die Gemeinde Rott. Die Erprobungszeit ist abgelaufen, die Fahrgastzahlen sind weiter ernüchternd, hieß es im Gemeinderat.
Dennoch konnte Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) in Gesprächen mit den Landkreisen Rosenheim und Ebersberg sowie mit den Gemeinden Emmering und Aßling erreichen, dass der Bus drei Jahre weitergeführt wird. Die Gemeinde Rott erklärte sich bereit, ein Drittel des zu tragenden Defizits vom Landkreis Rosenheim – bis maximal 11000 Euro – zu übernehmen.
Diesen Beschluss trug der Gemeinderat einstimmig mit. Gemeinderat Hans Kirschbaum (RF) regte eine größere Werbung für die Verbindung an. Gemeindeoberhaupt Wendrock hofft in drei Jahren auf das regionale Verkehrskonzept des Landratsamtes Rosenheim. Diese hat angedacht, dass die Buslinie 444 sogar bis nach Amerang verlängert werden könnte. Richard Helm