Gemeinde Frasdorf sucht ehrenamtliche Paten

von Redaktion

Vorstellung des Projekts „Jugend in Arbeit im Landkreis Rosenheim“ im Gemeinderat

Frasdorf – „Wir suchen händeringend Paten in Frasdorf für die Förderung unserer Mittelschüler. Die ,Junge Arbeit Rosenheim‘ ist eine Einrichtung der berufsbezogenen Jugendhilfe. In Kooperation mit verschiedenen Institutionen wie der Agentur für Arbeit, Jobcentern, Jugendämtern und Kommunen bieten wir jungen Menschen eine Möglichkeit in die Arbeitswelt zu starten.“ So stellten die Projektleiter der „Jugend in Arbeit im Landkreis Rosenheim“, Kerstin Stock und der Schulleiter der Franziska-Hager-Mittelschule in Prien, Marcus Hübl, dem Frasdorfer Gemeinderat das Projekt vor, das seit 15 Jahren im ganzen Landkreis läuft.

„Wir hatten in der Gemeinde Frasdorf bereits einige Männer und Frauen, die sich als Paten für die Heranwachsenden engagierten, leider haben sie aufgehört, sind weggezogen oder können aus anderen Gründen nicht mehr mitmachen“, so Bürgermeister Daniel Mair (CSU) weiter. „Unser Ziel sollte es sein, dass wir auch bei uns in der Gemeinde wieder einen oder mehrere Ansprechpartner als Paten für Jugendliche haben. Ebenso brauchen wir wieder einen Seniorenbeauftragten in Frasdorf.“

Marcus Hübl erklärte, dass die Paten sozial engagierte Menschen sein sollen, die Jugendliche bei ihrem Start ins Berufsleben begleiten würden. Im Paten-Projekt würden Schüler zur Verbesserung ihrer schulischen Leistungen und beim Übergang von der Schule zum Beruf über einen längeren Zeitraum begleitet werden. „Die ehrenamtlichen Patinnen und Paten – derzeit haben wir rund 200 Männer und Frauen im Landkreis Rosenheim – kümmern sich um diese Jugendlichen und versuchen mit einer ständigen Zusammenarbeit bei ihren Schützlingen Defizite ausgleichen. Sie werden dabei von hauptamtlichen Projektleiterinnen unterstützt“, so Hübl weiter.

Kerstin Stock erläuterte, dass die „Junge Arbeit Rosenheim“ mit vielen Firmen, Betrieben und sozialen Einrichtungen zusammenarbeite, bei denen die Jugendlichen zum Einsatz kommen würden: „Jugendliche, die besondere Hilfen benötigen, um eine Arbeit oder Ausbildung zu finden, haben bei uns die Möglichkeit an verschiedenen Maßnahmen teilzunehmen. Außerdem betreiben wir eine eigene Holzwerkstatt zu Ausbildungszwecken für lernbehinderte Jugendliche.“

Die Anforderungen an diese Paten seien durchaus erfüllbar, so Bürgermeister Mair. Gefordert sei vor allem Zeit und persönliches Engagement sowie die Bereitschaft, auf junge Menschen einzugehen. Ein Pate kann sich in hohem Maße ehrenamtlich engagieren und seine Lebenserfahrung und seine Kontakte in dieses Verhältnis einbringen. Prädestiniert seien also Männer und Frauen, die ein erfolgreiches Berufsleben hinter sich gebracht haben, die über viele Kontakte verfügen und die den Jugendlichen verlässlich bei schriftlichen Arbeiten, wie Bewerbungen helfen können. Durch die Hilfe der Paten soll erreicht werden, dass auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit niemand auf der Strecke bleiben muss, bloß weil Jugendlichen ohne Ansprechpartner ihre eigenen Stärken nicht entdecken können.

Gemeinderat Julian Richter (PWGF) fragte an, ob und wie weit das Projekt angenommen werde und wie weit die Eltern der Schüler in das Patenverhältnis eingebunden seien. Kerstin Stock berichtete, dass alleine in Prien 17 Paten tätig seien. Ohne die Eltern gehe es natürlich nicht, doch sei dieses Verhältnis in der Regel unkompliziert. Sehr viele seien froh, wenn sich erfahrene Paten in schriftliche Arbeiten und den Umgang mit Behörden einschalten, da sie selbst damit aus vielen Gründen überfordert seien. Julian Richter fragte weiter nach dem Zeitaufwand und der Betreuungsintensität. Darauf erhielt er die Antwort, dass die Paten und die Jugendlichen das in eigener Zuständigkeit regeln können, hier gebe es keine festen Regeln und der individuelle Betreuungsbedarf entscheide über die Intensität. Der Zeitbedarf gehe von einigen Stunden pro Woche bis zu täglichem Zusammentreffen. Dabei solle die Einrichtung ehrenamtliche Patenschaft jedoch nicht mit einer Hausaufgaben- oder Mittagsbetreuung gleichgesetzt werden. Die Patenschaft bleibe nicht auf die Schule und das schulische Umfeld, schriftliche Hilfe bei Behörde oder Bewerbungen beschränkt, sondern reiche auch in die Freizeittätigkeiten hinein. Auch beim Fußballtraining, beim Musikunterricht oder bei einem Besuch des Klettergartens sei die Verlässlichkeit der Jugendlichen gefordert. reh

Artikel 1 von 11