Nicklheim – Wenn die Feuerwehrsirene aufheult, dann ist Eile geboten. Im Raublinger Ortsteil Nicklheim ist nun dank des neuen Feuerwehrhauses an der Neuen Kreisstraße eine schnellere und einfachere Ausrückzeit möglich. Ein Grund von vielen für den Neubau, in den die Wehr nun offiziell eingezogen ist.
„Es ist für die Nicklheimer Feuerwehrmänner und -frauen zukunftsweisend“, sagt Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU). Er und die Abordnung des Kreisbrandrates ließen es sich nicht nehmen, beim Umzug in das neue Feuerwehrhaus dabei zu sein. Eine Eröffnungsfeier, wie bei solchen Anlässen üblich, ist wegen Corona nicht möglich. Aber einen gewissen Flair mit offiziellem Um- und Einzug wollten die Floriansjünger um Kommandant Ludwig Wallner und Vorstand Andreas Bichlmair dann doch – allerdings mit den üblichen Abstands- und Hygienevorschriften.
Altes Gebäude war
baufällig
Schließlich wurden auch die Fragen aus der Bevölkerung nach der Fertigstellung und dem Einzug immer mehr, so der Kommandant. „Als mir vor einigen Jahren die Floriansjünger das alte Gebäude an der Schwarzenbergstraße zeigten, war mir schnell klar, warum ein Neubau nötig ist“, gab der Rathauschef im neuen Gebäude zu bedenken. „Im Laufe der Jahrzehnte wurde es immer baufälliger, war nicht mehr zeitgemäß. Eine Sanierung kam nicht infrage, sondern ein Neubau an anderer Stelle“, so Kalsperger.
Der Altbau aus dem Jahre 1968 wies erhebliche Mängel und Nachteile auf. Damals wie auch beim Anbau brachten die Nicklheimer Feuerwehr schon erhebliche Eigenleistungen in Form von Arbeitsstunden ein. Als Meilenstein in der Chronik der kleinen Ortsteilfeuerwehr, die derzeit rund 30 aktive Mitglieder hat, bezeichnen der Kommandant und Vorstand die Anschaffung eines neuen Tankkraftspritzenfahrzeuges mit Wasserkraft im Jahre 2003.
Vielerlei Gründe sprachen für einen Neubau: Keine Geschlechtertrennung bei den sanitären Einrichtungen, nur ein WC, kein ausreichender Platz zwischen Fahrzeug und Umkleiden im Einsatzfall, die Garage war gerade mal etwa acht mal sechs Meter groß, der Anbau bricht wegen schlechter Bodenverhältnisse weg und nicht zuletzt die ungünstige Lage mitten im Wohngebiet.
Im neuen Gebäude direkt neben der Firma BTK und nahe dem Sportplatz an der Hauptstraße hat man dieses Problem nicht mehr, ausgerückt kann wesentlich leichter und schneller in alle Richtungen werden. „Die Zukunft der Nicklheimer Feuerwehr liegt nun hier beim neuen Feuerwehrhaus, das etwa 1,3 Millionen Euro kosten wird“, so der Bürgermeister, der gar nicht oft genug die Eigenleistung der Wehrmänner und -frauen würdigen kann, die derzeit bei 3011 Arbeitsstunden liegt und damit mindestens an die 150000 Euro Wert sein dürften – und so den Gemeindesäckel entlasten.
Neuer Standort
bietet viele Vorteile
„Was lange währt, wird endlich gut“, fasste Wallner seine Dankesworte zusammen und erläutert einige wesentliche Vorteile am neuen Standort. Dies wären eine großzügige, moderne Fahrzeughalle, sanitäre Anlagen mit Duschen, getrennte Umkleideräume, großer Schulungsraum und vor allem eine verkehrsgünstige Lage. „Ihr seid zwar personell eine kleine Feuerwehr, aber dank Mannes- und Frauenkraft sowie als verschworene Gemeinschaft eine große Feuerwehr“, so Kreisbrandinspektor Hans Huber.
Ob Bürgermeister, Feuerwehrleute oder Kreisbrandinspektion, alle waren sich einig: Eine offizielle Einweihungsfeier, etwa ein Tag der offenen Türe, ist nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Je nach Entwicklung der Corona-Krise.