Aschau – Die Renovierungsarbeiten an der Aschauer Kreuzkapelle sind abgeschlossen. Nach altem Brauch wurde als symbolischer letzter Akt das neu vergoldete Turmkreuz mitsamt der Turmkugel auf das sanierte Dach gesetzt. Malermeister Walter Bilek brachte das neue Kreuz, Spenglermeister Herbert Wimmer die neu vergoldete Kugel und Kirchenpfleger Werner Weyerer die kupferne Zeitkapsel. Sie enthält im Inneren eine Urkunde mit den wichtigsten Angaben zur Baugeschichte. Traditionell ist das Aufsetzen des Kreuzes der letzte Arbeitsschritt, jetzt können die Gerüste fallen. Kirchenpfleger Weyerer bedankte sich bei allen Handwerkern, die in den letzten Monaten mit viel Engagement auf der Baustelle beschäftigt waren.
Zementputz führte zu
Feuchtigkeitsschäden
Seit den letzten Bau- und Erhaltungsmaßnahmen an der Kreuzkapelle war viel Zeit vergangen. Um den Glanz der Kapelle von Mitte des 18. Jahrhunderts zu erhalten, stand eine umfangreiche Renovierung an. Der vor Jahrzehnten im Sockelbereich angebrachte Zementputz verhinderte ein Austrocknen der Mauern und verursachte Feuchteschäden im Inneren. Schon im Herbst 2018 wurde dieser Putz abgenommen, das Mauerwerk konnte austrocknen. Ein Jahr später zog die Firma Andreas Dörfl aus Aschau den neuen Putz auf.
Die Grabungen zur Optimierung der Drainage brachten den Ausgräbern einige Überraschungen. Es gab viele Rohre und Leitungen als Drainage, an anderen Stellen fehlten diese vollständig oder funktionierten wegen Beschädigungen nicht mehr. Im Zusammenwirken aller Beteiligter fanden sich gute Lösungen, um die Mauern dauerhaft vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen.
Fachfirmen renovierten die Fenster und das Portal. Die alten Grabsteine an den Außenmauern und das Denkmal zum Gedenken an die Gefallenen des napoleonischen Russlandfeldzuges von 1812 wurden überholt und neu gesetzt.
Das völlig marode Holzschindeldach war nur notdürftig abgedichtet worden. Im Frühjahr 2020 begann die Sanierung des Daches. Durch die Firma Herbert Wimmer aus Obing erfolgte die Neudeckung des geschwungenen Daches in Kupfer. Malermeister Walter Bilek aus Rosenheim gab der Kapelle in Weiß- und Ockertönen ein neues Kleid. Das Planungsbüro Franz Bartl aus Kolbermoor war für die Planung und Bauleitung verantwortlich. Kirchenpfleger Werner Weyerer war ehrenamtlich fast täglich auf der Baustelle. Die Finanzierung erfolgt über die Pfarrei Darstellung des Herrn in Aschau im Chiemgau. 100000 Euro sind für die Restaurierung veranschlagt, die Finanzierung erfolgt über die Pfarrei, die auf Rücklagen, Zuschüsse und Spenden angewiesen ist. „Wir freuen uns über jede Spende, die für die Erhaltung des Rokokojuwels gemacht wird“, so Pfarrer Paul Janßen, „wir hoffen noch auf weitere Zuwendungen, die einen wesentlichen Beitrag für die Erhaltung der wunderbaren Kreuzkapelle leisten“.
Im Schatten der katholischen Pfarrkirche in Aschau steht auf der Nordseite die Kreuzkapelle, eine Stiftung der Hofwirtin Maria Anna Schropp (heute Residenz Heinz Winkler) aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Die Kreuzkapelle wurde damals als Ersatz für die alte Friedhofskapelle gebaut, die wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Bauchige Außenwände und eine Westfassade, die nach oben in dem filigranen Zwiebeltürmchen abschließt, machen den Besucher neugierig auf das Innere des Kirchleins. In der Kapelle erwartet den Besucher ein heller Raum mit dem Kreuzaltar, dem kunstvollen Eisengitter und den farbenprächtigen Fresken von Joseph Tiefenbrunner. Heinrich Rehberg