Has‘ und Katz‘ vor Innfluten gerettet

von Redaktion

Wasserwacht Waldkraiburg rettet Tiere aus überschwemmten Schrebergärten in Gars

Gars/Waldkraiburg – „Miau“ – kläglich maunzend saß Dienstagabend ein Babykätzchen in einem überschwemmten Schrebergarten in Gars nahe der Innkante fest. Pitschnass vom Regen und von den Fluten umgeben kauerte das Tierbaby auf einer Mini-Insel, einer kleinen Erhebung in der Gartenparzelle. Das Zwergerl ließ sich ganz leicht einfangen und war total durchnässt und unterkühlt“, berichtet Christian Goertz von der Wasserwacht Waldkraiburg nach dem tierischen Einsatz, bei dem ein Team von zehn Leuten drei Stunden lang beschäftigt war.

Schon am Nachmittag war das Team der Wasserwacht in Alarmbereitschaft wegen der Hochwasser-Gefahr am Inn. „Wir sind die neuralgischen Punkte abgefahren und hatten auch die Schrebergärten an der Innkante im Blick, die voraussichtlich in Mitleidenschaft gezogen würden“, so Goertz. Und so war es auch. Gegen 20 Uhr fuhr das Team wieder nach Gars. Vor Ort wurden sie von einem Passanten informiert, dass sich noch Tiere in den inzwischen überschwemmten Gärten befinden – von denen am Nachmittag noch nichts zu sehen war. Die Wasserretter wurden angeleint und mit Neopren-Anzügen und Helmen in die Parzellen geschickt. Bis dato war unklar, wie viele Tiere es waren. Es dämmerte bereits und es war für die Retter kein leichtes Unterfangen, die Tiere zu finden. Da die Katze noch so klein war, hätte irgendwo das Muttertier sein müssen. Die Wasserretter konnten es aber nicht finden. Der Hase saß – wie auch das Kätzchen – auf einem kleinen Grashügelchen im Gebüsch. Wie ein Schiffbrüchiger auf einer Insel. „Der war wohl aus einem Gehege ausgebüxt und hoppelte verschreckt herum. Wir haben ihn zu zweit eingekesselt und konnten ihn schließlich fangen“, berichtet Goertz. Er setzte den zappelnden Hasen in eine mit einer Decke ausgeschlagene Transportbox, wo sich das Langohr schnell beruhigte. Mittlerweile war die kleine Katze ins Wasserwachtauto gebracht worden, das auf höchster Stufe beheizt war.

„Doch das Katzerl wollte unter das Shirt unseres Wasserwachtlers Raphael“, erzählt Goertz schmunzelnd. Da gefiel es ihm am besten, auf dem warmen Bauch des jungen Mannes. Das Tierchen war schnell trocken und wollte auch spielen. Immer wieder suchte es die Nähe von Raphael und krabbelte unter das T-Shirt. Das Tierheim Waldkraiburg wurde verständigt. „Wir wussten nicht, wie viele Tiere die Wasserwacht vorfinden und fangen würde und haben unser Auto mit vielen Transportboxen vollgepackt“, sagt Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Ein weiterer Hase sei noch herumgelaufen, aber abgehauen. „Das dürfte der Bruder des Geretteten sein, ein großer hübscher Hase“, vermutet Gyimes. Letzteres findet auch Christian Goertz, der den Einsatz geleitet hat. Er hat ein Herz für Tiere und überlegt gemeinsam mit seiner Frau Sarah, Hase und Katze zu adoptieren, wenn sich die Besitzer nicht finden. Er lacht: Zu Hause habe er schon einen Dackel namens Tobi, den er in Kroatien aus einer Tötungsstation geholt hat.

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