Bad Endorf – Auf dem Friedhof in Bad Endorf wurde Hildegard Kern, geborene Mayer, aus Teisenham unter den Klängen der Endorfer Blasmusik bestattet. Im Zuge der Corona-Einschränkungen gaben ihr nur die Familienangehörigen das letzte Geleit. Schwester Juliane vom Sozialdienst sprach bewegende Worte des Abschieds und der Trauer und nahm die Einsegnung der Urne im Familiengrab vor.
Hildegard Kern kam 1916 in Vils/Tirol zur Welt, wuchs bei ihrer Mutter zusammen mit sieben Geschwistern auf, da der Vater, Engelbert Mayer, im Ersten Weltkrieg gefallen war. Sie ging in Vils zur Schule und bekam eine Anstellung bei der Post. 1942 heiratete sie Peter Kern aus Teisenham, es kamen die Söhne Peter und Heinz sowie die beiden Töchter Hildegard und Christl zur Welt. Sechs Enkel und fünf Urenkel vergrößerten die Familie.
Hilde, wie sie liebevoll von Nachbarn und Freunden genannt wurde, war ein Familienmensch. Ihr Leben war von Arbeit und Sorge um ihre Familie geprägt. Das Geheimnis ihres hohen Alters – sie stand im 104. Lebensjahr – war die Liebe zur Musik und ihre bescheidene und fröhliche Art. Die Blumenpracht zu Hause glich einem Garten Eden. Viele Höhen und Tiefen bewegten ihr Leben, bis sie 2016 ihren 100. Geburtstag feierte. Besondere Schicksalsschläge waren der Tod ihrer Tochter Christl, ihres Sohnes Heinz und als Ehemann Peter verstarb. Ihren Lebensabend verbrachte Hilde Kern bei ihrem Sohn Peter in Teisenham, wo sie bis zuletzt liebevolle Pflege erfahren durfte. 73 Jahre lang war Hilde Kern treues und zugleich auch ältestes Mitglied des Rauchclubs Endorf.