„Ein Toter ist Zeichen genug“

von Redaktion

Gemeinderat Frasdorf will Gefahrensituation am Sportplatzgelände entschärfen

Frasdorf – „Es ist den Leuten in Frasdorf nicht zu vermitteln, dass es an der Ausfahrt vom Frasdorfer Sportplatz auf die Staatsstraße 2093 keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 70 gibt, obwohl es an der Stelle vor zwei Jahren bereits einen toten Motorradfahrer gegeben hat“, beklagte sich Gemeinderat Sepp Enzinger (PWGF) über die nach seiner Ansicht mangelnde Unterstützung durch die Behörden bei der Reduzierung der Geschwindigkeit auf der viel befahrenen Staatsstraße zwischen Frasdorf und Aschau. „Ein Toter an dieser Stelle ist doch ein untrügliches Zeichen dafür, dass klare Maßnahmen zur Eindämmung der Geschwindigkeit getroffen werden müssen“, so Enzinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Mehrfach mit
Behörden verhandelt

Bürgermeister Daniel Mair und Geschäftsleiter Andreas Oppacher erwiderten, dass mehrfach mit allen zuständigen Behörden verhandelt wurde und alle Beteiligten sich wiederholt an der Straßeneinmündung getroffen haben, um über verstärkte Maßnahmen zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu verhandeln. Die Vertreter der Polizeiinspektion erklärten unisono, mit Ausnahme des tödlichen Unfalles am 14. April 2018 sei die Strecke verkehrstechnisch vollkommen unauffällig und unfallfrei, eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 70 müsse daher abgelehnt werden. Die Gemeinde Frasdorf könne die Strecke an dieser Stelle nicht beschränken, da dafür keine rechtlichen Voraussetzungen bestehen, eine entsprechende Anordnung müsste als rechtswidrig sofort aufgehoben werden.

Als erste Maßnahmen zur Verkehrssicherheit vereinbarten die Behördenvertreter zusammen mit der Frasdorfer Verwaltung folgendes: Die Einfahrt zum Sportplatz wird für alle Fahrzeuge gesperrt und entsprechend beschildert; lediglich für die Land- und Forstwirtschaft bleibe die Straße frei befahrbar. Alle anderen Fahrzeuge auf dem Weg zum Sportplatz und ins Sportheim haben den Sagbergparkplatz westlich der Straße zu nutzen.

Laut Gemeinderat Julian Richter (PWGF), der mehrere Jahre Vorsitzender des SC Frasdorf war und den Sportplatz genau kennt, gebe es dieses Schild schon seit langer Zeit; es werde jedoch von jedermann ignoriert und schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen. Jeder, egal ob Spieler, Zuschauer oder Schiedsrichter, wolle möglichst nah am Sportheim parken und fahre unmittelbar dorthin. Eine Kontrolle der parkenden Fahrzeuge habe noch niemals stattgefunden. Zusätzlich zum Verbotsschild könne man sich eine Absperrschranke quer über die Straße vorstellen. Erfahrungsgemäß nutze die Landwirtschaft diesen Weg nur ein paar Mal im Jahr, da sei es zumutbar eine Schranke auf- und zuzumachen. Natürlich müssten auch die Gemeindeverwaltung und der SC Frasdorf über weitere Schlüssel verfügen, die bei entsprechenden Pflegemaßnahmen des Platzes und der Anlagen zum Einsatz kommen.

Auch mehr
Parkfläche geplant

Als Ergänzung zum Verbotsschild auf der Ostseite könnte auf dem Sagbergparkplatz im Westen das Parkraumangebot durch entsprechende Einzeichnungen optimiert werden, so Daniel Mair. Alle Parkenden können danach durch die schon vorhandene Fußgängerunterführung gefahrlos die Straße unterqueren und zum Sportplatz gehen. Die – zugegeben nicht einladende – Unterführung werde grundlegend renoviert, optisch aufgehellt und dazu künftig ständig beleuchtet sowie mit Spiegeln an allen Seiten versehen, damit sich Radfahrer und Fußgänger nicht ins Gehege kommen. Die Einfahrt aus dem Parkplatz in die Staatsstraße 2093 ist bei Weitem nicht so gefährlich, weil der Verkehr auf dieser Straße nach beiden Seiten weiträumig überblickt werden kann.

Ein Beschluss zur Umsetzung wurde vom Gemeinderat in der Sitzung noch nicht gefasst.

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